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14. September 2017

Jack ist gut integriert

Seit Ende August trifft der neue Elefantenbulle in der neuen Anlage alle vier Kühe im Zoo Basel.

  1. Elefantenbulle Jack (links) soll dereinst für Nachwuchs sorgen im Basler Zoo. Foto: Torben Weber (Zoo Basel)

BASEL (BZ). Seit Ende August trifft der neue Elefantenbulle Jack alle vier Kühe im Zoo Basel. Auch mit Heri, der Leitkuh, und Malayka, der Ältesten, verliefen die Zusammentreffen bisher gut. Die Integration von Jack in die Basler Elefantenherde hat also bestens geklappt, teilte der Zoo am Mittwoch mit. Dank der neuen Anlage Tembea können die fünf Tiere nun zusammen sein, sich aber dennoch aus dem Weg gehen.

Es war eine Großaktion: Nach 30-stündiger Reise in einem Spezialcontainer vom Sosto Zoo (Ungarn) in den Zoo Basel wurde Elefantenbulle Jack (24) am 11. Mai mit Hilfe eines Krans in sein neues Zuhause, die Elefantenanlage Tembea, gehievt. In den ersten Tagen war er noch abgetrennt von den vier Elefantenkühen.

Doch schon bald kam es zu direktem Kontakt. Bereits am 17. Mai erfolgte ein Zusammentreffen mit Maya (23) und Rosy (22). Dieses erste Treffen verlief sehr ruhig, die beiden Kühe schienen mehr mit sich selbst beschäftigt als mit Jack. Am 24. Mai stieß auch Heri (41) dazu. Die Leitkuh der Elefantengruppe im Zolli hatte zuerst Respekt vor dem Bullen und mied ihn. Nach einigen Tagen traute sie sich aber, sich Jack zu nähern. Seither waren die vier Tiere regelmäßig zusammen.

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Und Malayka (46)? Die älteste der vier Elefantenkühe wurde in den ersten Wochen wegen ihres hohen Alters bewusst von Jack getrennt. Doch weil sich die beiden am Tor häufig freundlich beschnupperten und Jack mit den anderen drei Kühen sehr behutsam umging, wurden am 24. August erstmals alle fünf Tiere zusammengelassen – und dies mit Erfolg: "Bisher verliefen die Zusammentreffen jeweils friedlich und entspannt", sagt Kurator Adrian Baumeyer. "Es gab jedenfalls keine nennenswerten Zwischenfälle."

Die am 16. März eröffnete neue Elefantenanlage Tembea hat eine Fläche von mehr als 5000 Quadratmetern und ist damit 2,6-mal so groß wie die alte Anlage aus den 1950er Jahren. Mit Tembea stehen den Afrikanischen Elefanten zudem neben einer Freilaufhalle neu drei großzügige Außenanlagen zur Verfügung. Dies hat den weiteren Vorteil, dass die Elefanten, wenn alle Tore geöffnet sind, zusammen sind, sich aber dennoch aus dem Weg gehen können. "Die Tiere wählen selbst, wo und mit wem sie sich aufhalten wollen", sagt Baumeyer. "Das funktioniert sehr gut und entspricht dem Verhalten in der Natur." In der alten Anlage hatten die Tiere nicht die Möglichkeit, sich gesondert zu bewegen. In der Natur sondern sich die Bullen von den Kuhherden ab und leben einzelgängerisch oder in kleinen, nicht stabilen Gruppen.

Damit die Elefantenkühe zur Ruhe kommen können, werden Bulle und Kühe in der Nacht getrennt. "Vielleicht wird dies in Zukunft aber nicht mehr nötig sein", sagt der Kurator. Auf Jack ruhen große Hoffnungen: Der Bulle soll im Zoo Basel dereinst für Nachwuchs sorgen.

Bis es so weit ist, wird es aber noch eine Weile dauern. Bei Elefanten liegt die Tragzeit bei fast zwei Jahren (rund 22 Monate), und Elefantenkühe sind nur während des Östrus jeweils einige Tage befruchtungsfähig. Die ersten Kontakte zwischen Jack und den Kühen stimmen in Bezug auf Nachwuchs aber zuversichtlich.

Autor: bz