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17. Juli 2012

Konjunkturprognose

Deutschland trotzt weiter der Krise

Währungsfonds hebt die Konjunkturprognose für die Bundesrepublik an.

WASHINGTON/GENF (dpa). Deutschlands Wirtschaft behauptet sich in einer sich abschwächenden Weltkonjunktur. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hob seine Wachstumsprognose für Deutschland für dieses Jahr an. 2012 werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,0 Prozent zulegen, prognostizierte der IWF am Montag, während er die Aussichten für die meisten anderen Länder nach unten revidierte. Die Welthandelsorganisation WTO kritisierte, dass immer mehr Länder zu Handelshemmnissen griffen, um ihre eigene Industrie gegen ausländische Konkurrenz zu schützen.

IWF warnt vor einem weltweiten
Konjunkturabschwung
Noch im April hatte der IWF ein Wachstum von 0,6 Prozent für Deutschland prognostiziert, nun legte er 0,4 Prozentpunkte drauf. Für das kommende Jahr allerdings senkte der IWF seine Prognose leicht von 1,5 auf 1,4 Prozent.

Weltweit jedoch verringerte der IWF seine Wachstumsprognose. Der Aufschwung zeige wieder Zeichen von Schwäche, teilte der IWF mit – vor allem wegen der Schuldenkrise in Europa und der Blockade im Haushaltsstreit in den USA. Eindringlich warnt der IWF davor, die Umsetzung von beschlossenen Schritten zur Bekämpfung der Schuldenkrise in Europa zu verzögern oder es dabei bewenden zu lassen. Die jüngste Verschärfung an vielen europäischen Anleihemärkten zeige aber, dass eine zeitnahe Umsetzung und weitere Entscheidungen in Richtung einer Banken- und Fiskalunion vordringlich seien. Auch das Wachstumspotenzial in den Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien sei vermutlich schwächer als gedacht.

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WTO will Importverbote
genauer unter die Lupe nehmen
Während Schutzzölle oder Exportsubventionen den meisten Staaten durch ihre Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation verwehrt sind, nehmen Importverbote wegen mutmaßlicher Sicherheitsprobleme bei Produkten oder Sorgen um die Gesundheit von Konsumenten zu. "Zwar könnten solche Schritte nachvollziehbare Gründe haben, jedoch dienten sie immer öfter eher der Erreichung einer Reihe politischer Ziele", beklagte WTO-Generaldirektor Pascal Lamy. Als ein Beispiel für unerlaubten indirekten Protektionismus – Abschottung der eigenen Wirtschaft – führen EU-Handelsexperten den im Frühjahr von Russland verfügten zeitweiligen Importstopp für Schweine aus der EU an. Er war mit dem Ausbruch von zwei Tierkrankheiten begründet worden, obwohl diese für Schweine ungefährlich waren. "Es ist an der Zeit für die WTO, diese Handelshemmnisse genauer unter die Lupe zu nehmen", sagte Lamy.

Autor: dpa