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21. März 2017

Aquakultur

Boomendes Lachsfarming sorgt für günstigen Fisch, belastet aber die Umwelt

Das weltweit boomende Lachsfarming sorgt für günstigen Fisch – belastet aber die Umwelt.

"Wie Lachsfarmen den Wildlachs töten", lautete schon 2008 eine Überschrift des Magazins Stern. Tatsächlich ist die industrielle Lachszucht keineswegs unumstritten. Die Stern-Schlagzeile basierte damals auf Beobachtungen kanadischer Wissenschaftler von der Dalhousie University in Halifax.

Diese hatten festgestellt, dass aus Aquakulturen entwichene, von Parasiten wie Seeläusen befallene Lachse, diese Krankheitserreger auf wildlebende Artgenossen übertragen. Auch wandernde Lachse, insbesondere Jungfische, die an den Lachsfarmen vorbeizogen, infizierten sich. Beides kann nach Erkenntnis der Forscher die Wildlachsbestände ernsthaft dezimieren. Die Forscher schlugen damals geschlossene Behälter für die Aquakulturen vor. Das wird aber längst nicht überall praktiziert.

Ein anderes Problem sind die Chemikalien gegen Parasiten oder die Pigmente, die zur Rosafärbung des Lachsfleisches, ins Wasser gekippt werden. Auch die umgebende Wasserflora und -fauna nimmt sie auf. Die gewaltigen Massen an Lachsexkrementen, die sich im Bereich der Fischfarmen als Dreckschicht auf dem Meeresboden ablagern, bedrohen die biologische Vielfalt in deren Umkreis. Sie bergen das Risiko einer Überdüngung mit Nährstoffen, in deren Folge lokale Mikrosysteme kollabieren können. Das Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation hatte 2010 an der chilenischen Pazifikküste beobachtet, dass maritimes Leben in der Umgebung von Lachsfarmen abstarb.

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Schottland stieg vergleichsweise spät ins Lachsfarming ein. Dort gibt es aber inzwischen etwa 50 Lachsfarmen, die rund 160 000 Tonnen Lachs produzieren. Das starke Wachstum des Wirtschaftszweiges bringt zunehmend Konflikte zwischen Fremdenverkehr und der von Konzernen wie der norwegischen Marine Harvest geprägten Fischwirtschaft. Ganze Ortschaften kämpfen gegen die auch mit Lärm verbundenen Belastungen und für den Erhalt des Erholungswerts der Landschaft.

Autor: alb