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14. September 2017

Die Welt verschwendet eine Menge Talente

Weltwirtschaftsforum: Viele Staaten bereiten die jungen Leute nicht recht aufs Arbeitsleben vor.

GENF (dpa). Viele Staaten versagen einer Studie zufolge bei der Vorbereitung ihrer Bürger für den Arbeitsmarkt. Deutschland belegt bei der Talentförderung Platz 6 unter 130 untersuchten Ländern, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten "Human Capital Report 2017" des Weltwirtschaftsforums hervorgeht. Die Bundesrepublik bekommt zwar für die Qualität ihres Bildungssystems insgesamt gute Noten. Allerdings verließen in der größten europäischen Volkswirtschaft viele junge Leute die Schule ohne Abschluss.

Angeführt wird die Liste von Norwegen, Finnland, der Schweiz und den USA. China liege auf Platz 34 und sei – Russland ausgenommen – anderen aufstrebenden Ökonomien Brasilien, Indien und Südafrika weit voraus. Schlusslicht sind Mauretanien (129) und der Jemen (130).

Global gesehen würden nur 62 Prozent des von den Forschern so genannten Humankapitals voll ausgeschöpft. Gründe seien ineffiziente Vermittlung von Kenntnissen, die Vernachlässigung zukunftsorientierter Fähigkeiten und das Fehlen von Weiterbildungsangeboten für Beschäftigte. Investitionen in die Bildung führten zu selten zu hoch qualifizierten, gut bezahlten Arbeitnehmern. Dies verschärfe dann auch die Lohnungleichheit.

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Laut der Studie haben 25 Länder im "Human Capital Index" eine Entwicklungsquote von 70 Prozent oder darüber, in den meisten liegt sie zwischen 50 und 70. 14 Länder blieben noch unter der 50-Prozent-Marke. Viele Volkswirtschaften verfügten zwar über gut ausgebildete Arbeitnehmer, böten aber keine Möglichkeiten entsprechender Beschäftigung.

"Die vierte Industrielle Revolution verändert nicht nur die Arbeitswelt, sie erzeugt auch enormen Bedarf an neuen Fähigkeiten. Damit steht uns eine globale Talentkrise ins Haus", warnt Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforums. "Wir brauchen ein neues Denken und eine echte Revolution, um unsere Bildungssysteme auf die Anforderungen der Zukunft einzustellen."

Untersucht wurden in den 130 Ländern Kerngebiete der Entwicklung von "Humankapital": die Aufnahmefähigkeit der Bildungseinrichtungen, die Anwendung und Erweiterung der Fähigkeiten im Job, die Ausbildung künftiger Arbeitnehmer sowie Fort- und Weiterbildung der jetzigen Generation und die Breite und Tiefe der vermittelten beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten.

Autor: dpa