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19. Juni 2017

Guter Einstieg in den Beruf

Die Gewerbe-Akademie kümmert sich um den Handwerksnachwuchs – und bietet Projekte für Schüler an.

  1. Andreas Beaubis (links), Ausbilder im Elektrobereich, leitet die Jugendlichen beim Verdrahten einer Motorschützschaltung an. Foto: Christine Storck

  2. Stellt mithilfe modernen Maschinen verschiedene Bauteile her: der Feinwerkmechaniker. Foto: Christine Storck

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, versucht die Gewerbe-Akademie (GA) der Handwerkskammer Freiburg am Standort Offenburg bereits Schüler für Handwerksberufe zu begeistern. Seit Herbst 2016 kooperiert sie deshalb in einem neuen Projekt mit der Offenburger Jugendfeuerwehr.

"Dabei schlagen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe", sagt GA-Leiter Dirk-Frederik Gebert. Denn die jugendlichen Helfer brauchen zum einen für ihre ehrenamtliche Tätigkeit handwerkliches Grundwissen, das sie in verschiedenen Workshops vermittelt bekommen. Gleichzeitig erfahren sie, wie abwechslungsreich die Tätigkeit in der Jugendfeuerwehr sein kann. Für die Ausbilder der Gewerbe-Akademie hingegen ist es eine gute Chance, ihnen auf diesem Weg einen ersten Einblick in die Möglichkeiten des Handwerks zu zeigen.

Die 13 bis 17 Jahre alten Schüler lernen in verschiedenen Schulungen aus den Bereichen Elektro, Holz oder Kfz zum Beispiel, wie man Schaltkreise analysiert, um darin Fehler zu erkennen. Oder aber sie löten Rohrverbindungen und erfahren Wissenswertes über die elektrische Freischaltung von Gebäuden. Geplant ist laut Gebert, dass diese Fortbildung künftig einmal pro Jahr stattfindet – die nächste Auflage für bis zu 40 Teilnehmer ist für Herbst 2017 geplant.

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"Das Handwerk leidet nach wie vor unter einem verschärften Fachkräftemangel", berichtet Gebert. Dieser werde in den nächsten Jahren wohl noch zunehmen. Einen Grund sieht der GA-Leiter darin, dass trotz voller Ausbildungskurse nicht alle Teilnehmer dem Handwerk erhalten bleiben. "Die einen studieren später, die anderen gehen vielleicht in den industriellen Bereich", sagt er.

Die Gewerbe-Akademie Offenburg mit ihren weiteren Standorten in Lahr und Appenweier ist das regionale Bildungshaus der Handwerkskammer Freiburg in der Ortenau und als sogenannte verlängerte Werkbank von rund 5000 Ortenauer Unternehmen zuständig für die überbetriebliche Ausbildung. Aktuell lernen zum Beispiel in Offenburg pro Tag rund 90 Azubis spezielle Inhalte des Handwerksberufs kennen, den sie für sich gewählt haben. Neun Werkstätten mit unterschiedlichen hochmodernen Maschinen stehen ihnen dazu in den Branchen Sanitär-Heizungs-und Klimatechnik, Elektro, Metall, Kraftfahrzeugtechnik und Schreinerei zur Verfügung.

Die jungen Leute lernen dabei Maschinen und Techniken kennen, mit denen sie im betrieblichen Alltag nicht unbedingt in Berührung kommen würden, etwa wenn der Betrieb, in dem sie arbeiten, recht klein ist. Außerdem haben sie die Möglichkeit, unter Anleitung verschiedene Abläufe zu üben oder mehrmals zu durchlaufen. "Das ist im normalen Geschäft oft nicht möglich, da es natürlich Zeit und Geld kostet. Außerdem müssen sie ihre Aufträge zügig abarbeiten", erklärt Gebert. Die Auszubildenden sind bis zu zwölf Wochen an der GA, in kürzeren Blöcken von ein bis zwei Wochen verteilt über ihre rund dreieinhalb Jahre Lehrzeit. Währenddessen können sie die gesamte Bandbreite ihres Berufs erfahren und ihr Grundwissen sinnvoll ergänzen.

Autor: tor