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21. März 2017

Motoren

Beim ADAC-Eco-Test schneiden auch moderne Diesel schlecht ab

Beim ADAC-Eco-Test schneiden auch moderne Diesel schlecht ab / Elektroantrieb vorn.

  1. Ziemlich nutzlos, dieses Schild Foto: dpa

BERLIN. Auch die modernsten Dieselmotoren sind meist zu dreckig. Im aktuellen ADAC-Eco Test sind nur zwei von 38 Modellen empfehlenswert. Bei Benzinmotoren entdeckten die Tester mit ihren seit Herbst 2016 verschärften Kriterien hohe Feinstaubwerte. Das ergibt sich aus der am Montag veröffentlichten Liste des Automobilclubs.

Selbst die neuesten Dieselmodelle auf den Straßen stoßen in der Regel mehr Schadstoffe aus als bekannt. Das ergab der neueste Eco-Test des Automobilclubs ADAC. Nur zwei von 38 untersuchten Fahrzeugen überzeugten die Tester. Das sind der Mercedes E220 d 9G-Tronic und der BMW 118d Urban Line Steptronic. "Sie schaffen es mit vier Umweltsternen als Einzige in die Gruppe der empfehlenswerten Autos", sagt der Technik-Chef des Clubs, Reinhard Kolke.

Entscheidend für das schlechte Abschneiden der meisten anderen Modelle sei das teilweise deutliche Überschreiten der gesetzlichen Grenzwerte für Stickoxide. Als Extremfall erwies sich dabei der Renault Capture dCi 90. Mit einem Ausstoß von 725 Milligramm Stickoxid pro Kilometer lag dieser um 900 Prozent über dem erlaubten Maximum. Auch sagt die Euronorm nach Erkenntnissen des Automobilclubs nicht zwangsläufig etwas über die Sauberkeit des Motors aus. Einige moderne Modelle, die der Papierform nach die aktuelle Euro-Norm-6 erfüllen, schnitten im Test schlechter ab als die der Euro-5-Klasse. Die Ergebnisse hat der Autoclub im Internet unter der Adresse http://www.adac.de veröffentlicht.

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"Die Hersteller unternehmen weiterhin viel zu wenig, um längst vorhandene Emissionstechnologien für einen effektiven Schutz der Umwelt in ihren Fahrzeugen einzusetzen", kritisiert der ADAC. Die eingesetzte Technik repräsentiere nicht den Stand des Machbaren.

Der Vorwurf bezieht sich nicht nur auf Dieselfahrzeuge. "Erstmals fallen auch Benziner mit hohen Stickoxidemissionen auf", berichtet Kolke. Betroffen sind demnach Motoren mit Direkteinspritzung, die im praktischen Betrieb, zum Beispiel bei einer forschen Autobahnfahrt, zu viel Feinstaub ausstoßen. Als wenig umweltverträglich gelten danach der Ford Focus RS, der VW Tiguan 1.4 TSI oder der Opel Corsa 1.0 Turbo ecoFlex Edition. Der ADAC testet die Fahrzeuge nach eigener Einschätzung kritischer, als es Hersteller oder Kontrollbehörden tun. Die Kriterien seien im Herbst 2016 verschärft worden, sagte Kolke. So würden Autos, die auf dem Prüfstand besonders gute Werte zeigten, noch einmal auf der Straße im realen Betrieb nachgemessen.

Gewinner der seither getesteten insgesamt 77 Modelle sind Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Am besten schnitt der BMW i3 ab, ein Elektroauto, gefolgt vom Toyota Prius 1.8 Hybrid Executive und dem Nissan Leaf Acenta. Fünf Sterne, die Bestnote des ADAC, erhielt mit dem Toyota Mirai auch ein Brennstoffzellenfahrzeug. Zu dieser Spitzengruppe zählt auch der Skoda Octavia Combi mit Erdgas als Brennstoff.

Sauberster Benziner ist der Kleinwagen Suzuki Ignis 1.2 SHVS Comfort+. Enttäuscht zeigen sich die Techniker dagegen von den untersuchten Plug-in-Hybriden, die sowohl mit Strom als auch mit Elektroantrieb unterwegs sind. Keines der drei Modelle erhielt eine Empfehlung. So verbrauchten die Fahrzeuge im Benzinbetrieb auf der Autobahn zum Beispiel viel mehr Sprit als angegeben.

Autor: Wolfgang Mulke