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16. Juni 2012 16:10 Uhr

Neubau offiziell eröffnet

Testo – das grüne Unternehmen

Was macht den Schwarzwälder Messtechnikhersteller Testo zu einem grünen Unternehmen? Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann lieferte am Samstag die Erklärung.

  1. Testo-Chef Burkart Knospe (Mitte) mit Ministerpräsident Kretschmann und Grünen-Fraktionschefin Edith Sitzmann. Foto: Morys

Der Stuttgarter Regierungschef ist Naturwissenschaftler. Er hat Chemie und Biologie studiert. In diesen Fächern wird viel experimentiert. Und wer am Labortisch etwas ausprobiert, misst in der Regel. Ohne zählbare Ergebnisse können Theorien weder bestätigt noch verworfen werden.

Insofern hat Kretschmann wohl so etwas wie eine natürliche Nähe zu den Testo-Produkten aus dem Hochschwarzwald. Mit denen lassen sich unter anderem die Temperatur, die Feuchtigkeit und der Druck messen. Oder Schwachstellen in der Isolation eines Hauses finden, die den Energieverbrauch in die Höhe treiben.

Dies gefällt dem Grünen-Politiker Kretschmann besonders: "Messtechnik ist die Grundlage jeglicher grüner Technologie", sagte er. "Nur wenn wir gut messen können, haben wir auch die Chance, Ressourcen einzusparen und nachhaltiger zu wirtschaften." Wer umweltschonend handele und die dafür notwendigen Techniken entwickele, werde auch wirtschaftlich Erfolg haben, fügte der Regierungschef hinzu. Grüne Technik sei eine Leitindustrie der Zukunft. Kretschmann verglich Testo mit einer echten Schwarzwaldtanne. "Wie der Baum Jahresring um Jahresring ist auch Testo beständig gewachsen." Der Neubau sei ein Leuchtturmprojekt, das weit über die Grenzen der Region hinausstrahle.

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Der Ministerpräsident war am Samstag der Ehrengast beim Festakt zur offiziellen Eröffnung des Testo-Neubaus in Titisee-Neustadt. Rund 30 Millionen Euro hat das Unternehmen in den markanten Neubau gesteckt, der für jeden Autofahrer unübersehbar direkt an der B 31 steht. Er ist der erste der insgesamt vier geplanten "Finger", die einmal 1200 Menschen einen Arbeitsplatz bieten sollen. Derzeit arbeiten rund 250 Menschen in dem ersten neuen Gebäude. Von der Baugenehmigung im Juli 2009 bis zum Erstbezug im August 2011 vergingen gerade einmal mehr als zwei Jahre.

Vor den rund 150 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Vereinen machte Kretschmann klar, dass er sehr wohl um die Bedeutung einer guten Infrastruktur weiß. "Es ist nicht so, dass eine grüne Landesregierung jeden Straßenneu- oder – ausbau verbieten will." Allerdings müssten für sinnvolle Projekte auch finanzielle Mittel bereitstehen.Die fehlten jedoch. "Wenn Bundesverkehrsminister Ramsauer mir mehr Geld gibt, baue ich auch neue Straßen", sagte er. Um die Kassen zu füllen, plädiert der Politiker für eine satellitengestützte Pkw-Maut. Bei diesem Verfahren hängt die finanzielle Belastung des Autofahrers von den gefahrenen Kilometern ab. Kretschmann kündigte an, in der kommenden Woche eine Prioritätenliste zu Investitionen in das Straßennetz vorzustellen. Dabei würde man nicht nach dem Gießkannenprinzip wie die Vorgängerregierung vorgehen, sondern sich an klaren Kriterien orientieren.

Testo-Vorstandschef Burkart Knospe hatte sich bei dem Festakt bei der Testo-Mannschaft bedankt. Diese zählt mittlerweile weltweit mehr als 2300 Mitglieder. "Ihr Talent, ihr Engagement, ihre Leistung hat diesen Bau erst ermöglicht." Die exponierte Lage und die Architektur des Gebäudes sorgten dafür, dass Testo von vielen Menschen noch stärker wahrgenommen werde. Dies sei eine Voraussetzung dafür, dass noch mehr hochqualifizierte Leute zu Testo kämen. So soll die Mitarbeiterzahl in Deutschland in diesem Jahr um rund 100 wachsen.



Autor: Bernd Kramer