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14. Juni 2012

Abzocke

Verbraucherschützer warnen vor Mogelpackungen

Verbraucherschützer warnen vor Mogelpackungen / Anzahl der Beratungsgespräche sinkt.

FREIBURG. 8500 Menschen haben im vergangenen Jahr Hilfe bei der Freiburger Filiale der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gesucht – 3300 weniger als im Jahr 2010, halb so viele wie im Jahr 2008. Für die Beratung im Umgang mit Abzockern, Preistreibern und Etikettenschwindlern wird das Internet immer wichtiger: Die Webseite der Stuttgarter Verbraucherschützer verzeichnete im Jahr 2011 2,6 Millionen Besuche – im Vorjahr waren es 1,9 Millionen.

"Einen Rückgang gibt es vor allem bei den telefonischen Beratungen", sagt Niklaas Haskamp, Pressesprecher der Verbraucherzentrale. Deren Zahl sank von 7400 im Jahr 2010 auf 5000. "Einige Themen sind seit Jahren ein Dauerbrenner, auch durch unsere Arbeit, und dadurch reduziert sich einfach die Nachfrage", sagt er. "Viele googeln auch im Internet nach Musterbriefen."

Die Verbraucherschützer im Land sind wegen interner Querelen in die Schlagzeilen geraten (BZ vom 13. Juni), beim jährlichen Pressetermin in der mit vier Festangestellten und fünf Honorarkräften besetzten Freiburger Niederlassung ging es um andere Themen. Um Schokowaffeln zum Beispiel, die im Supermarkt seit Jahren 1,99 Euro kosten, obwohl man dafür nur noch zehn Stück kriegt statt einem Dutzend wie früher. Oder um Waschmittelflaschen, die im Regal zwar immer noch aussehen wie eh und je, deren Inhalt aber Stück für Stück von 1,5 über 1,35 auf 1,168 Liter reduziert wurde.

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Versteckte Preiserhöhungen sind für die Verbraucherschützer ein Schwerpunktthema – so wie untergeschobene Verträge. "Wir hören ganz oft die Frage: Muss ich diese Rechnung bezahlen?", sagt Barbara Durst, Beraterin in Freiburg. Sie muss oft mit Ja antworten. Auch bei unzulässigen Werbeanrufen, warnt sie, könnten gültige Verträge entstehen. "Wir fordern, dass dass man Unterlagen zugeschickt bekommt, die man unterschreiben muss."

Ein weiteres Schwerpunktthema: Anbeiterwechsel beim Strom "Viele klagen, dass Energie immer teurer wird. Aber nur ganz wenige wechseln, obwohl es so einfach ist", sagt Beraterin Ulrike Simons. Sie warnt vor Paketpreisen für eine bestimmte Strommenge ."Wer seinen Verbrauch kennt, kann so sparen", sagt sie. "Bei einem höheren Verbrauch müssen weitere Kilowattstunden aber teuer dazugekauft werden."

Autor: Patrik Müller