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11. Januar 2011

Erst Südafrika – nun Israel

Die Fußball-Nationalmannschaft der Bürgermeister geht 2011 wieder auf Reisen / Friedenspolitik steht im Vordergrund.

  1. Die deutsche Nationalmannschaft der kickenden Bürgermeister um Neuenburgs Rathauschef Joachim Schuster mit einer gegnerischen Mannschaft bei einem Spiel in Südafrika (2010) Foto: privat

NEUENBURG AM RHEIN. Die Deutsche Nationalmannschaft der Bürgermeister geht 2011 wieder auf Reisen. Dieses Mal führt ihre Tour nach Israel. Waren es vor allem die Fußball-Weltmeisterschaft und soziale Projekte, die die kickenden Rathauschefs 2010 nach Südafrika geführt haben, so steht in Israel die Friedenspolitik im Vordergrund. Als Partner vor Ort fungiert die "Jerusalem Foundation", eine Stiftung, die sich für das Zusammenleben der verschiedenen Religionen einsetzt. Dies will auch das Nationalteam unter Teamchef Joachim Schuster tun.

Der Reisetermin steht fest: vom 8. bis 15. Mai wird das Nationalteam in Israel sein. Nur das Programm in diesen Tagen ist noch nicht bis ins letzte Detail durchgeplant. Doch die Jerusalem-Stiftung und die Deutsche Botschaft helfen dabei und versuchen Kontakte zu vermitteln und den Bürgermeistern beispielsweise einen Bus zu organisieren. Denn die angestrebten, teils schon vereinbarten Besichtigungs- und Gesprächstermine sowie zwei Fußballspiele (gegen eine kommunale Auswahl in Jerusalem und gegen eine Bürgermeistermannschaft in Tel Aviv) erfordern eine gewisse Mobilität.

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Wie Joachim Schuster sagt, wollen die deutschen Bürgermeister aus sieben Bundesländern und 16 Städten beziehungsweise Gemeinden wiederum 10 000 Euro sammeln und nach Israel bringen. Auf ihrer Südafrika-Fahrt hatten die Kicker einen 10 000-Euro-Scheck für den Bau eines Daches für ein Gebäude zur Lagerung von Lebensmitteln und Kleidung übergeben. Dieses Mal soll das Geld aus deutschen Gemeinden behinderten Kindern zugute kommen. Denn die Jerusalem-Stiftung plant eine Olympiade der Sonderschulen, an der 500 Kinder teilnehmen werden – Muslime, Christen und Juden. Es sei der Versuch, so Schuster, über die junge Generation die Probleme in Jerusalem zu lösen. Damit diese "friedensstiftende Aktion" tatsächlich im Mai stattfinden kann, wollen die deutschen Bürgermeister sie bezuschussen.

Zuvor aber, gleich an ihrem ersten Tag in Jerusalem, werden die Kicker aus Deutschland die Gedenkstätte Yad Vashem besuchen und dort einen Kranz niederlegen; auch ein Besuch der Knesset, des israelischen Parlaments, ist geplant. Dabei sein werden Vertreter des Städte- und Gemeindebunds, darunter Präsident Roland Schäfer, der auch Schirmherr des Bürgermeister-Nationalteams ist.

Die Mannschaft merke, dass ihr Stellenwert sehr viel höher sei als früher, sagt ihr Coach. Dank der Aufmerksamkeit der Medien und der Begleitung während der Südafrika-Reise durch ein Fernsehteam, wie Schuster vermutet. Inzwischen ist die Nationalmannschaft ein professionell geführter Verein, in dem die Aufgaben aufgeteilt sind. Team-Chef ist nach wie vor Joachim Schuster, Team-Manager sein Kollege Rolf Reinhard aus Hessen, und um die Finanzen kümmert sich Bodo Oehme aus Brandenburg. Wobei die Bürgermeister – wie schon in Südafrika – die Kosten der Isreal-Reise selbst tragen.

Touristische Attraktionen sollten daher schon an der Reiseroute liegen, etwa die Golanhöhen, die alte jüdische Festung Massada und Bethlehem mit der Geburtskirche. Hier wird es – und das steht schon fest – eine Führung mit Vertretern der drei Religionen geben. Der Fußball sei nur ein Türöffner, sagt Schuster, der sehr gespannt ist auf diese Reise, die vor allem Kontakte zu den kommunalen Vertretern in Israel ermöglichen soll. So möchten die Bürgermeister erfahren, ob es Interesse an deutsch-israelischen Austauschprogrammen gibt, wie die politischen Strukturen sind und wie es mit der kommunalen Selbstverwaltung in Israel aussieht. Und natürlich, das weiß Schuster, wird auch die Vergangenheitsbewältigung ein Thema sein – gerade weil die Besucher als Vertreter Deutschlands kommen.

Spiele des Bürgermeister

- Während der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland wird es vom 8. bis 10. Juli 2011 einen "Alpencup" mit Mannschaften aus Österreich, Italien und wahrscheinlich der Schweiz geben, und zwar in Sinsheim, weil der Stadtteil Hoffenheim ein Austragungsort der WM ist.

- Im September wird in Bremerhaven gespielt: gegen Dänemark und zugunsten eines norddeutschen SOS-Kinderdorfs.

- 2012 fährt die Mannschaft nach Polen, wo sie in Warschau gegen eine polnische Mannschaft spielt. Anlass ist die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Vielleicht wird, wie schon bei der EM in Österreich und der Schweiz, auch wieder eine Europameisterschaft der Bürgermeisterteams ausgetragen.

- 2014 wollen die Bürgermeister zur Fußball-WM nach Brasilien reisen und ähnlich wie 2010 in Südafrika Fußball mit sozialem Engagement verbinden. Auch soll es möglichst eine WM der Bürgermeistermannschaften geben. Joachim Schuster steht diesbezüglich schon mit Fifa-Präsident Joseph Blatter im Kontakt.  

Autor: ad

Autor: Andrea Drescher