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25. April 2011 16:32 Uhr
3000 Menschen protestieren bei Neuenburg
Gegen Atomstrom: "Keine weiteren Atomopfer"
Knapp 3000 Menschen aus Deutschland und Frankreich forderten auf der Rheininsel zwischen Neuenburg und dem elsässischen Chalampé am Ostermontag den Atomausstieg.
Fast eine Stunde lang waren beide Rheinbrücken zwischen Neuenburg und Chalampé für den Verkehr gesperrt, während mit der Brückenaktion an die Katastrophe von Tschernobyl erinnert und das Abschalten des nahen Atomkraftmeilers in Fessenheim gefordert wurde. "Stilllegen, stilllegen – jetzt", hallte es über den Rhein, als deutsche und französische Gruppen über die beiden verbindenden Brücken zogen und sich auf der zentral gelegenen Rheininsel zur Kundgebung vereinigten. Allerorts waren Plakate zu sehen, die die lachende Sonne der Anti-AKW-Bewegung zierte, andere zeigten das rot durchgestrichene Symbolbild für den Fessenheimer Atommeiler. Totenkopf, Atomzeichen und deutliche Slogans, die das kompromisslose Aus für alle Atommeiler verlangten, waren auf Banner, Fahnen, Schildern und T-Shirts zu sehen.
Zu den einzelnen Aktionen an insgesamt zwölf Rheinbrücken zwischen Straßburg und Konstanz kamen nach Informationen der lokalen Aktionsbündnisse, die sich aus Naturschutzorganisationen, politischen Parteien, Gewerkschaften und Anti-AKW-Vereinigungen bildeten, mehr als 20 000 besorgte Bürger.
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"Wir wollen, dass es keine weitere Atomopfer geben wird", forderte Ulrich Rodewald vom Markgräfler Friedensrat als Mitveranstalter der Demonstration bei Neuenburg unter großem Beifall. Dass die Lobbyisten der Atomenergie die Folgen der Katastrophen in Tschernobyl und Fukushima immer noch verharmlosten, befand Marie-Reine Haug von der Bürgerinitiative für die Bewahrung von Fessenheim und der Rheinebene (CSFR) in ihrer Rede. Haug bezichtigte Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und den französischen Staat der Lüge: "Bis heute wird behauptet, dass nach Tschernobyl keine gefährliche Strahlung über den Rhein gekommen ist."
Hart ins Gericht ging die Bürgerrechtlerin auch mit der Weltgesundheitsorganisation WHO, die bereits seit 1959 nur mit Zustimmung der Atomaufsichtsbehörde IAEA über mögliche Gefahren informieren dürfe. Entsprechend seien die Zahlen der Toten, besonders jene unter den Liquidatoren von Tschernobyl, geschönt worden. Während die WHO laut Haug von 50 Liquidatoren spreche, die beim Atomunfall gestorben seien, kämen amerikanische Wissenschaftler auf "tatsächlich mehr als 112 000 Personen". Dass nun nach Fukushima immer häufiger französische Gemeinderäte Resolutionen zur Stilllegung der Atomkraftwerke verabschiedeten, erfülle sie mit Freude, sagte Haug. "Nur der Regionalrat und der Generalrat stellen sich weiterhin auf die Seite des Betreibers EdF."
Deshalb rief die Aktivistin alle auf, weiterzukämpfen: "Es geht ums Stilllegen und auch darum, dass kein neuer Meiler nach Fessenheim kommt."
Autor: mps
