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27. Januar 2014

Historische Exkursionen gelten als Geheimtipp

Geschichts- und Kulturkreis Neuenburg will auch die Vorträge im November zu bedeutsamen historischen Ereignissen beibehalten.

  1. Der Archäologe Bertram Jenisch und Bürgermeister Schuster (von links) mit den im Amt bestätigten Vorstandsmitgliedern Jacques Kauffmann, Karl Mannhardt, Hartmut Scheidt und Friedrich Schöpflin. Foto: Philipp

NEUENBURG AM RHEIN (dop). Die Exkursionen des Geschichts- und Kulturkreises Neuenburg zu historischen Themen im Dreiländereck haben sich zu einem regelrechten Geheimtipp gemausert. Das ging aus dem Bericht hervor, mit dem Vorsitzender Friedrich Schöpflin am Samstag die Hauptversammlung im Neuenburger Ratssaal eröffnete. Durchschnittlich 50 Teilnehmende verzeichneten die monatlichen Halbtages- und Tagestouren, oft musste auch eine Warteliste geführt werden. Inzwischen habe sich eine begrenzte Anmeldefrist bewährt, die allen Interessierten die gleichen Chancen einräumt, sagte Schöpflin.

Beibehalten will der Verein auch seine seit 2012 stattfindenden Vorträge im November, die jeweils ein bedeutsames historisches Ereignis thematisieren, das durch eine besondere Jahreszahl im Fokus steht. Hier arbeitet der Verein mit der Regio-VHS zusammen. Im vergangenen November sprach der Experte Thomas Martin Buck über das Konzil von Konstanz vor 600 Jahren, in diesem Jahr soll im Rahmen der Juli-Exkursion die dortige Jubiläumsausstellung dazu besucht werden. Schöpflin hatte sich immer wieder dafür ausgesprochen, den Auswirkungen weltgeschichtlicher Ereignisse auf die Region nachzugehen und so einerseits einen größeren Betrachtungshorizont zu bekommen, andererseits konkrete Spuren der Geschichte vor Ort in den Fokus zu nehmen. So wird der Verein anlässlich des in diesem Jahr stark im Blickpunkt stehenden Thema "Beginn des Ersten Weltkriegs"" zunächst die Ausstellung im Lörracher Dreiländermuseum und dann den Hartmannsweilerkopf besuchen.

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Der Geschichts- und Kulturkreis hat derzeit 263 Mitglieder zu einem sensationellen Mitgliedsbeitrag von zehn Euro im Jahr, der auch weiterhin beibehalten werden könne, wie Rechner Herbert Böwing im Kassenbericht bekanntgab. Mit dem Verein "Elsassfreunde Basel" ist auch ein großes Kontingent aus der Schweiz im Verein. Für ihn überbrachte Jürg Burkhardt die Grüße vom Rheinknie. Der Geschichts- und Kulturkreis Neuenburg sei im Dreiland einer der wenigen Vereine, die eine solch breite trinationale Basis besitzen, stellte Neuenburgs Bürgermeister Joachim Schuster fest. Die Resonanz auf die vom Verein angebotenen Aktivitäten zeige, dass das Interesse an der Geschichte der Region ungebrochen ist, sagte er.

Im Anschluss stellte der Archäologe Bertram Jenisch die neusten Erkenntnisse zu den Ausgrabungen vor, die seit 2011 in Neuenburg die Stadtsanierung begleiten. Begonnen hatten sie auf dem Areal, wo nun das neue Volksbank-Gebäude steht, weitergeführt wurden sie in der Ölstraße, wo die Familienheim über den Resten der alten Stadtmauer einen Neubau errichtet hat. Derzeit wird entlang der Schlüsselstraße gegraben, wo eine ganze Häuserzeile Neubauten weichen wird. Jenisch wies darauf hin, dass unter dem Schutt vergangener Jahrhunderte der gesamte Grundriss der mittelalterlichen Stadt vollständig erhalten sei, und dass man nach Abschluss der Grabungen einen Stadtplan aus der Zeit ab dem frühen 13. Jahrhundert rekonstruieren könne. Für einen Laien richtig konkret wurde es, als Hans-Jürgen van Akkeren, ehrenamtlich Beauftragter der Denkmalpflege im Regierungspräsidium und Spezialist für die visuelle Rekonstruktion historischer Gebäude und Anlagen, ein Bild des mittelalterlichen Neuenburg zeigte. Van Akkeren hält sich bei Rekonstruktionen an gesicherte Funde und Belege, so dass seine Bilder einen virtuellen Blick in das Mittelalter ermöglichen. Interessiert folgte das Publikum auch seiner Computeranimation des Rheinhochwassers, das 1525 ein Drittel der Stadt weggespült hat.

Autor: dop