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30. Januar 2015 13:18 Uhr

Landgericht Freiburg

Neuenburger Selbstjustiz-Fall: Anklage lautet auf Mord

Es ist eine von zwei Bluttaten, die sich in den vergangenen Monaten in Neuenburg abgespielt haben: Nach dem Tod eines 27-Jährigen im Juni 2014 hat die Staatsanwaltschaft vier Männer angeklagt.

  1. Der Tatort: Der Pendlerparkplatz an der Autobahnausfahrt Müllheim/Neuenburg an der deutsch-französischen Grenze. Foto: Gabriele Babeck-Reinsch

Über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage hat das Landgericht Freiburg noch nicht entschieden. Dem 17-jährigen Sohn und seinem 48-jährigen Vater wirft die Staatsanwaltschaft vor, gemeinschaftlich einen Mord aus niedrigen Beweggründen und heimtückisch begangen zu haben. Zudem wird den beiden Männern zur Last gelegt, die Tötung des Opfers zuvor gemeinsam geplant zu haben. Das geht aus einer Pressemitteilung der Anklagebehörde hervor.

Dem 21 Jahre alten Mittäter wird vorgeworfen, das Opfer zunächst festgehalten und zumindest im Laufe des Geschehens die Tötungsabsicht seitens der Mittäter erkannt und ebenfalls gebilligt zu haben. Einem weiteren 19-jährigen Mitbeschuldigten wird Körperverletzung mit Todesfolge zur Last gelegt. Er habe die Körperverletzung des Opfers gebilligt. Zudem hätte er laut Staatsanwaltschaft die Tötung des Opfers zumindest vorhersehen können und müssen.

Drei Männer sitzen in U-Haft

Der 27-jährige Mann war am Abend des 18. Juni 2014 auf einem Pendlerparkplatz bei Neuenburg am Rhein getötet worden. Er starb infolge von 23 Stichverletzungen. Wenige Tage zuvor soll er eine 26-jährige Frau in der Nähe von Müllheim vergewaltigt haben. Nach Angaben der Ermittler hatten deren Angehörige – der deutsche Bruder und der libanesische Vater – den mutmaßlichen Peiniger gezielt auf den Parkplatz gelockt.

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Noch in der Nacht auf den 19. Juni 2014 wurden die drei Tatverdächtigen festgenommen. Vater und Sohn sowie der 21-jährige Deutsche befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Dass der 27-Jährige die junge Frau vergewaltigt hat, daran bestand für die Polizei seinerzeit kein Zweifel.

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Autor: Matthias Konzok