Schule als Gestaltungsort

Margareta Holzreiter

Von Margareta Holzreiter

Sa, 08. September 2018

Neuenburg

Am Montag beginnt das erste Schuljahr von Rainer Kügele als Rektor des Kreisgymnasiums Neuenburg.

NEUENBURG AM RHEIN. Rainer Kügele aus Wittnau ist der neue Schulleiter des Kreisgymnasiums in Neuenburg (KGN). Er ist der Nachfolger von Jürgen Kaltenbacher, der seit dem Ende des letzten Schuljahres im Ruhestand ist.

Rainer Kügele ist eigentlich der geborene Lehrer. Schon seine Eltern haben diesen Beruf ausgeübt und auch er selbst konnte sich seit seiner Jugend vorstellen, selbst zu unterrichten. Nachdem er an der Universität Freiburg Mathematik und Physik auf Lehramt studiert hatte, arbeitete er aber zunächst eine Weile beim Fraunhofer Institut, bevor er sein Referendariat begann. Die vergangenen 17 Jahre unterrichtete er am Rotteck-Gymnasium in Freiburg.

Nun folgte der Wechsel auf eine neue Schule, das Kreisgymnasium in Neuenburg, wo der 47-Jährige das Amt des Schulleiters antrat. Obwohl ihm der Gedanke, einmal eine Schule zu leiten, schon vor längerer Zeit kam, war er nicht aktiv auf der Suche gewesen. Auf die Stelle am KGN sei er eher zufällig gestoßen und habe dann ein sehr positives erstes Gespräch mit dem Landkreis als Schulträger und dem Neuenburger Bürgermeister Joachim Schuster gehabt.

Am KGN reizt ihn die Lage im Dreiländereck. Begeistert erzählt er, dass auch einige in Frankreich lebende Schüler das Kreisgymnasium besuchen. Er wolle sich aufgrund der Grenznähe bemühen, ein wenig Französisch zu lernen.

Außerdem gefalle ihm, dass die Schule so klein und deshalb alles so persönlich sei. "Wir arbeiten als Team zusammen", sagt Kügele, seit er am KGN angefangen hat, sei er nie auf sich allein gestellt gewesen. Im Laufe des vergangenen Schuljahres hat er dort bereits einige Veranstaltungen besucht, um sich einen Eindruck zu verschaffen. "Ich halte es nicht für sinnvoll, neu anzukommen und direkt alles verändern zu wollen", sagt Kügele. "Ich möchte die neue Schule und ihre Qualitäten erst einmal kennenlernen." Schmunzelnd verrät er, er kenne sogar bereits einige Schüler mit Namen: Es sind genau zwei.

Dies wird sich am Montag ändern. Dann nämlich spricht der neue Rektor des KGN bei der Schulversammlung zum ersten Mal vor der gesamten Schülerschaft. Aufgeregt sei er aber nicht, versichert Kügele, denn er sehe keinen Grund dafür, wegen eines Vortrags vor vielen Menschen nervös zu sein. Dies versuche er, auch den Schülern zu vermitteln: mit großem Erfolg. Der Naturwissenschaftler, der am KGN das Fach Naturwissenschaft und Technik (NwT) unterrichten und eine Informatik-AG leiten wird, ist einer der Gründer der Schüler-Talkshow "Nachgefragt" am Rotteck-Gymnasium, die regelmäßig prominente Gäste an die Freiburger Schule bringt. Ein ähnliches Format, bei dem Neuenburger Schüler selbst mitplanen und moderieren, möchte der neue Rektor nun auch in Neuenburg etablieren. Denn generell ist Kügele der Überzeugung, dass Schüler möglichst viel Mitverantwortung im Schulalltag bekommen sollten. Wenn die Schüler über die gesamte Schulzeit hinweg an Projekten mitarbeiten und mitentscheiden können, werden sie in der Kursstufe soweit sein, dass sie beispielsweise die eigene Studienfahrt in Klasse 11 selbst mitplanen können, glaubt Rainer Kügele. Nach dem Motto: "Zutrauen veredelt den Menschen."

Außerdem wünscht sich Kügele, dass Schüler die Schule als einen Gestaltungsort wahrnehmen, an dem sie sich auch außerhalb der Schulzeit gerne aufhalten. Er freue sich auf Schulveranstaltungen und hat den Kopf bereits voller Ideen, wie er den "wunderschönen Innenhof" des KGN mit Veranstaltungen füllen möchte. Auch Veranstaltungen für Alumni, also ehemalige Schüler, und Lehrer könne er sich in Zukunft gut vorstellen. Was er sich gerade aber vor allem wünsche, sei Schlaf, so Kügele lachend. Die vergangen Wochen haben ihn doch einige Anstrengung gekostet.

Die Eltern seiner neuen Schüler wird Kügele spätestens bei den ersten Elternabenden kennenlernen. Er hat sich vorgenommen, jeden Elternabend persönlich zu besuchen.