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31. Januar 2015 13:26 Uhr

Panne

NPD sagt Demo in Freiburg ab – Teilnehmer saßen im falschen Zug

Die Polizei war schon vor Ort, die Antifa hatte mobilisiert – doch eine Demo der NPD in Freiburg wurde nun vom Veranstalter abgesagt. Der Grund: Die Teilnehmer waren in der falschen Stadt.

  1. In diesen Zug hätten sie nicht einsteigen dürfen: Mitglieder der NPD wollten in Freiburg demonstrieren und landeten in Mannheim. Foto: dpa

Um 14.30 Uhr sollte es am Samstag vor dem Verwaltungsgericht Freiburg losgehen. Eine Kundgebung an der Habsburgerstraße war für 30 bis 50 Teilnehmer angemeldet. Protestieren wollten unter anderem NPD-Mitglieder aus Heilbronn und Umgebung, weil in Freiburg eine Entscheidung gegen eine junge Frau gefallen war: Der Beamtin auf Widerruf war – so teilt sie selber in einem Schreiben an die BZ mit – die Teilnahme an den Abschlussprüfungen ihres Verwaltungs-Studiums in Kehl untersagt worden. Aufgrund ihrer politischen Meinung, sagt die junge Frau. Aus der Stadtspitze heißt es, ihre NPD-Mitgliedschaft sei ausschlaggebend für dieses Verbot gewesen.

Über das Internet hatte sich bereits linker Gegenprotest formiert, Notärzte wurden in Alarmbereitschaft versetzt, die Polizei wappnete sich für den Ernstfall – und das am Heimspielsamstag des SC Freiburg gegen Eintracht Frankfurt, wo ohnehin für die Einsatzkräfte viel zu tun ist.

Die NPDler wollten über Karlsruhe in den Breisgau reisen. Doch dort ließ sie die Bundespolizei nicht in den Zug. Der Grund: In der Bahn saßen Ultras aus Frankfurt auf dem Weg zum Rückrundenstart in Freiburg. Notgedrungen nahmen die NPDler den nächsten Zug – der leider nicht nach Freiburg, sondern nach Mannheim fuhr, so die Bundespolizei. Die Heilbronner betonten, stattdessen dort vor dem Verwaltungsgerichtshof eine Versammlung abgehalten zu haben.

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Alles wird wieder abgebaut

Gegen 12.15 Uhr meldete die Polizei, dass der Veranstalter die Demo abgesagt habe. In Freiburg reagierte man erleichtert auf die Ankündigung. "Wir vermissen nichts", sagte der Erste Bürgermeister Otto Neideck. Und auch bei der Polizei Freiburg ist man nicht traurig darum, rechte und linke Demonstranten an diesem Tag nicht in Schach halten zu müssen. "Wir bauen jetzt alles wieder ab," sagte Polizeisprecher Dirk Klose gelassen.

Ob es einen zweiten Versuch der NPD geben wird, vor dem Verwaltungsgericht an der Habsburgerstraße zu demonstrieren, ist nicht bekannt; auch nicht, ob die Deutsche Bahn ihr einen Zugfahrplan für die nächste Reise gen Süden zusenden wird.

Autor: rö, lex