Alte Werbebanner feiern "Comebag"

Karin Reimold

Von Karin Reimold

Sa, 13. Mai 2017

Offenburg

Der Fachbereich Kultur lässt in Kooperation mit der Lebenshilfe Bruchsal aus alten PVC-Transparenten schicke Taschen fertigen.

OFFENBURG. Werbewirksame Banner haben ihre Zeit, danach kommen sie normalerweise in den Müll. Doch der Fachbereich Kultur der Stadt Offenburg hat nun ein nachhaltiges Konzept erarbeitet, das überschüssige Material in Taschen zu verwerten, in so genannte Comebags.

"Wir haben uns schon lange überlegt, was man mit den schönen Plakaten, die etwa am Medienturm beim Kulturforum hängen, machen kann", erzählte Carmen Lötsch vom Kulturbereich der Stadt, die den Lösungsauftrag vor einem halben Jahr an Praktikantin Nicole Rieger und FSJ’lerin Hanna Kuhn weitergegeben hatte. "Wir haben recherchiert und relativ schnell das Projekt ‚Comebags’ von Christian Tschürtz gefunden", berichtete Kuhn. Der Grafiker ist "Upcycling"-Spezialist von PVC-Werbebannern. Dabei kooperiert er mit der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten, die die Fertigung der Comebags als Dienstleistung anbietet (comebags.de). Für eine Laptoptasche benötigt man etwa einen halben Quadratmeter Material."Und nach etwa sechs Wochen erhalten wir ein fertiges Produkt. Jede Tasche ist ein Unikat", erklärt die FSJ’lerin, "so wie die Banner auch."

Schöne Motive aus dem Kulturbereich

Zudem sei das Material sehr robust, leicht und wasserfest, was vor allem den angefertigten Laptoptaschen (25 Euro) zugute kommt. Luftiger, aber nicht weniger stabil sind die etwas größeren Accessoires aus Mesh (17,50 Euro). "Gut für den Einkauf oder für den Schwimmbadbesuch", wirbt Lötsch. Beide Varianten der Comebags sind ab jetzt in der Städtischen Galerie und im Museumsshop erhältlich. Zur Herstellung wurden beispielsweise Banner aus der Jazzpassage, vom Kurzfilmfestival Shorts und der Ausstellung "Wald-Land-Fluss" aus dem Museum verwendet. "Wir haben Glück, das wir so schöne Motive haben aus dem Kulturbereich", freut sich Christian Kessler vom Fachbereich bei der Präsentation der Kulturtaschen. Und auch Lötsch ist stolz, dass sie mit Hilfe der beiden jungen Frauen nun dieses Nachhaltigkeitskonzept dauerhaft in Offenburg installieren kann.