An Räude erkrankter Fuchs beim Schaible-Stadion erlegt

Helmut Seller

Von Helmut Seller

Sa, 09. Februar 2019

Offenburg

Durch Milben ausgelöste Krankheit kann für Hunde ansteckend sein / Wer kranke oder tote Wildtiere findet, sollte über die Polizei den zuständigen Jäger verständigen.

OFFENBURG. Nach einem Fall von Fuchsräude im Offenburger Südwesten wird Hundehaltern empfohlen, ihre Tiere anzuleinen und dadurch vor jeglichem Kontakt mit Fuchskadavern, Füchsen und deren Bauten und Unterschlüpfen fernzuhalten. Wie die BZ aus Jägerkreisen erfuhr, ist der befallene Fuchs Ende Januar im Bereich des Offenburger Schaiblestadions erlegt worden. Aufgrund der derzeit recht hohen Fuchspopulation sei davon auszugehen, dass es sich bei dem erkrankten Tier nicht um einen Einzelfall handelt. Genaue Zahlen über die Verbreitung der Fuchsräude in der Ortenau gibt es nicht: "Die Krankheit ist weder melde- noch anzeigepflichtig", sagt Rudolf Span vom Veterinäramt des Ortenaukreises. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg habe der Offenburger Behörde im vergangenen und im laufenden Jahr jeweils je einen festgestellten Fall gemeldet: "Es handelte sich verendete oder krank erlegte Füchse, die von der Jägerschaft eingesandt wurden."

Der Schwerpunkt der Krankheit liegt in Baden-Württemberg im Südosten und im Süden. Im Regierungsbezirk Tübingen wurden 2016/17 laut dem Staatlichen Tierärztlichen Untersuchungsamt Aulendorf 70 Fälle nachgewiesen, Tendenz steigend. Im gleichen Zeitraum habe der Regierungsbezirk Freiburg 55 Erkrankungen verzeichnet, während die Fuchsräude in den nördlichen Landesteilen eher keine Bedeutung habe. Die durch Grabmilben übertragene Krankheit ist leicht erkennbar: Befallene Tiere leiden an großflächigem Haarausfall und an Rücken, Hinterbeinen und Schwanz sowie an entzündeten Hautflächen. Letztere entstehen durch Kratzen, da die Räude mit starkem Juckreiz verbunden ist. Geschwächte Tiere kommen in die Nähe von Siedlungen, weil sie dort leichter Nahrung finden – so ist möglicherweise auch der Räude-Fall im Revier Offenburg-Süd zu erklären.

Laut dem Staatlichen Tierärztlichen Untersuchungsamt Aulendorf führt die Erkrankung zum Tod des Fuchses, wenn die Veränderungen einen Großteil der Haupt betreffen. Nach Auskunft von Rudolf Span vom Offenburger Veterinäramt ist eine Übertragung auf Hunde "nur mittels direktem intensiven Kontakt zu den veränderten Hautarealen möglich." Das könnte etwa dann der Fall sein, wenn sich Hunde in einem Kadaver wälzen oder intensiveren Kontakt mit dem Bau eines erkrankten Tieres haben. Haustiere können allerdings behandelt werden, auch für Menschen besteht keine Gefahr. Dennoch können die sogenannten Sarcoptesmilben die sogenannte Trugräude verursachen, die in der Regel aber problemlos abheile. Beim Umgang mit tot aufgefundenen Wildtieren ist auf jeden Fall Vorsicht geboten: "Sie sollten, wenn überhaupt, nur mit Handschuhen angefasst werden", so Rudolf Span.

Kranke, verletzte oder tot aufgefundene Wildtiere sollten laut Veterinäramt dem zuständigen Förster oder Jäger gemeldet werden. Wer das jeweilige Revier betreut, das wissen die örtlichen Polizeidienststellen.