Auf Rettungsfahrt mit der "Sea-Eye"

Susanne Ramm-Weber

Von Susanne Ramm-Weber

Fr, 26. Januar 2018

Offenburg

Susanne Steuber zu Gast bei der Flüchtlingshilfe Rebland.

OFFENBURG. Susanne Steuber hat mehrfach an Rettungsaktionen der Hilfsorganisation "Sea-Eye" im Mittelmeer zwischen Malta und Libyen teilgenommen. Beim 19. Treffen der Flüchtlingshilfe Rebland berichtete die hauptberuflich beim Landratsamt Ortenau tätige Vermessungs-Ingenieurin im Gemeindezentrum der Johannes-Brenz-Gemeinde in Rammersweier über die Hilfsaktion.

Susanne Steuber, die sich 2016 und 2017 an Rettungsaktionen der Mission Sea-Eye engagiert hat, berichtete über Einsatz wie Organisation anhand eines an Bord von der Kamerafrau Lena Frisch gedrehten Films. Zuvor hatte Flüchtlingshilfe-Koordinator Heribert Schramm die Anwesenden begrüßt. Auf die Idee, ihren Urlaub an Bord der Sea-Eye, einem ehemaligen Rostocker Fischkutter, zu verbringen, kam Steuber durch einen Fernsehbericht im Februar 2016.

Die Organisation Sea-Eye wurde von dem Regensburger Unternehmer Michael Buschheuer im Herbst 2015 mit dem Ziel gegründet, Leben zu retten. Sea-Eye hat 130 Mitglieder und mehr als 1000 Aktivisten. Das Schiff aus dem Jahr 1958 wurde für den Einsatz hergerichtet und ist mit Rettungswesten, Rettungsinseln, Wasservorräten, Medikamenten, Krankenstation und Verpflegung ausgerüstet. Allerdings werden nur in Ausnahmefällen Menschen an Bord genommen. Aufgabe ist, eine Erstversorgung zu leisten, wenn ein Schlauchboot mit Flüchtlingen entdeckt wird. Es können mehr als 100 Menschen in einem Schlauchboot sein, die dann mit Wasser und Rettungswesten versorgt werden. Auch wird bei Überfüllung der Boote versucht, durch Rettungsinseln zu helfen. Gibt es Verletzte, so stellen die Helfer eine erste Versorgung sicher.

Die Seenotleitstelle in Rom wird dann über Funk informiert, und sie koordiniert die weitere Rettung etwa durch Marine-Schiffe. Nach Angaben von Sea-Eye wurden im Jahr 2016 auf diese Weise 5568 Menschen erstversorgt und vor dem drohenden Tod bewahrt. Im Jahr 2017, so berichtet Steuber, habe es um Ostern verschärfte Einsätze gegeben, zahlreiche Flüchtlingsboote mit bis zu 154 Menschen an Bord seien gesichtet worden.

Insgesamt wurden 13 284 Menschen bis November 2017 gerettet, so Steuber. Im August 2017 hatten sich die zur Organisation gehörenden Schiffe Sea-Eye und Seefuchs zur Aussetzung der Rettungsfahrten und einer spontanen Protestaktion entschlossen, nachdem Libyen die Sperrzone für Rettungsschiffe von Nichtregierungsorganisationen auf 70 Seemeilen ausgedehnt hatte, was gegen internationales Seerecht verstößt. Demnach hat ein Staat nur innerhalb der zwölf Seemeilen-Zone die Hoheit, eine Anschlusszone sei auf 24 Seemeilen ausgedehnt, darüber hinaus sei das Meer aber frei.

Die Menschen kämen aus den verschiedensten Ländern, so Steuber. Sie nennt Syrien, Senegal, Eritrea, Nigeria, aber auch aus Bangladesh. Die Schleuser würden den Booten mitunter den Motor abnehmen, so dass die Fliehenden manövrierunfähig dem Meer ausgesetzt sind. Der Etat für ein Schiff wie die Sea-Eye beträgt 250 000 Euro pro Jahr, die allein durch Spendengelder aufgebracht werden. Die acht Personen starke Besatzung des Schiffs teilt sich die 24 Stunden-Schichten. Die vierzehn-tägigen Missionen werden auch publizistisch begleitet.

Zum Vortrag waren 14 Mitglieder der Flüchtlingshilfe Rebland und zwölf Interessierte gekommen.

Spenden sind möglich auf das Konto Sea-Eye e.V. IBAN: DE60 7509 0000 0000 0798 98, BIC GENODEF1R01, Volksbank Regensburg Stichwort "Sea-Eye" oder über das Internet: http://www.sea-eye.org/spenden