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13. Oktober 2017

Die Baumschutzverordnung soll fallen

Bei der Ortsbegehung von OB Edith Schreiner in Zell-Weierbach stand aber die Zukunft der Weingartenschule im Zentrum.

  1. Das Gespräch von OB Schreiner (Zweite von links) mit Ortsvorsteher Willi Wunsch hatte interessierte Zuhörer. Foto: Harald Rudolf

OFFENBURG. Die Ortschaften machen mobil gegen die Ausweitung der Baumschutzverordnung. Bei der Ortsbegehung mit Oberbürgermeisterin Edith Schreiner war der Streit um den mit knappster Mehrheit im Gemeinderat gefällten Ausweitungsbeschluss ein Begleiter der Begehung. Dabei stand der Punkt nicht auf der Tagesordnung. An diesem Freitag erscheint im von der Ortsverwaltung herausgegebenen Mitteilungsblatt eine Mustereinwendung gegen die Ausweitung zum Ausfüllen und Ausschneiden für die Bürger.

Ortsvorsteher Willi Wunsch in Begleitung zahlreicher Ortschaftsräte und interessierter Bürger wies darüber hinaus auf mehrere Baustellen im Ort hingewiesen. Die größte Sorge treibt die Zell-Weierbacher bezüglich der Schule um.

Da OB Edith Schreiner sich gegen eine Ausweitung der Baumschutzverordnung auf die Ortsteile positioniert und im Gemeinderat auch dagegen gestimmt hatte, war dieser Punkt kein offizielles Thema, auch wenn es beim Gang durch den Ort, mit Blick auf den einen oder anderen Baum erwähnt wurde – manchmal mit bissiger Bemerkung bezüglich des einen oder anderen Stadtrats. Der Zeller Ortschaftsrat, der geschlossen gegen die Ausweitung der in der Kernstadt Schutzverordnung auf alle Ortsteile gültigen steht, weist an diesem Freitag im Gemeindeblatt auf die Offenlage mit Frist bis 18. Oktober hin. Bis dahin können Bürger schriftliche Einwände gegen die Satzungsänderung einreichen. Täglich gingen im Rathaus Einwände ein, erklärte Wunsch. Derzeit seien es rund 200. Er rechne aber mit deutlich mehr durch den am Freitag erscheinenden Einwendungsvordruck im Mitteilungsblatt. Auf Anfrage erklärt der Ortsvorsteher von Zell-Weierbach, dass auch die anderen zehn Offenburger Ortsteile gegen die Ausweitung Einwände der Bürger sammeln. Wenn das Thema voraussichtlich im Januar wieder in den Gemeinderat kommt, rechnet Wunsch mit einer Ablehnung der Ausweitung oder einer Abschaffung der seiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäßen Baumschutzsatzung auch in der Kernstadt.

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Hauptthema der Begehung war aber die Zukunft der Weingartenschule. Aufgrund der Infrastruktur mit modernster Turnhalle, die bereits von Schülern aus der Kernstadt für Sportunterricht genutzt wird, und in naher Zukunft leerstehenden Klassen pocht die Ortsverwaltung auf die Einrichtung einer weiterführenden Schule im Ort. "Wir haben die Hardware und die Software mit den Pädagogen und wollen, dass eine weiterführende Schule hierherkommt", sagte Wunsch und konkretisierte: eine Realschule. Es sei für alle Platz. Während es in der Erich-Kästner-Realschule in der Stadt eng sei, stünden hier und in naher Zukunft die Klassenzimmer leer. Wie auch in anderen Orten hat die letzte Stunde der Zeller Werkrealschule geschlagen. Neue Anmeldungen gebe es keine mehr.

Lehrer aus Offenburger Schulen, die sich Zell-Weierbach ansehen würden, seien angetan. Wunsch sprach sich bis zur Entscheidung der Stadt über das Schulkonzept für eine Übergangslösung aus. Fünfte Klassen aus der Stadt könnte man doch hier unterbringen.

Schreiner machte keine Zusagen und verwies auf die Entwicklung des Schulkonzepts. Gut Ding brauche Weile. Nach diesem Motto sei die Stadt immer verfahren und habe so selten "Murks" gemacht, sagte die OB.

Vor dem Abschlussgespräch in der Schule wurde Schreiner an den großen wie kleinen Baustellen vorbeigeführt: Umbau des Feuerwehrhauses, die Sanierung des Tagelöhnerhauses, Straßensanierungen, Fußwege sowie Kinderspielplätze. Der familien- und kinderfreundliche Ort mit einer Anziehungskraft für vermögende Häuslebauer hat insgesamt sechs Kinderspielplätze, die mit Budgets zwischen 40 000 und 60 000 Euro gestaltet werden.

Im Kinderhort der Weingartenschule seien alle 50 Plätze belegt, das Betreuungsangebot der verlässlichen Grundschule werde stark angenommen. 84 von insgesamt 132 Grundschulkindern nähmen das Angebot an. Schreiner wies daraufhin, dass man bei der Ausarbeitung des Betreuungskonzepts von Unterschieden zwischen Kernstadt und Ortsteile ausgegangen sei. In der gesellschaftlichen Entwicklung mit beiden Eltern in Vollzeitarbeit sei die Angleichung wohl begründet.

Die größte Baustelle wird Zell-Weierbach übrigens in fünf bis acht Jahren aufmachen. Der Talbach vor der Kreuzung Weinstraße, Talweg, Weingartenstraße, mit Geschäften und Gastronomie soll in eine Röhre.

Autor: Harald Rudolf und Ralf Burgmaier