Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

20. Dezember 2010

Die Erde steht dem Mond in der Sonne

LEUTE IN DER STADT: Hochschulstudent Matthias Welzel hat eine Live-Sendung zur morgigen Mondfinsternis konzipiert.

  1. Matthias Welzel konzipierte eine Live-Sendung über die Mondfinsternis am morgigen Dienstag. Foto: siefke

  2. Verlauf der totalen Mondfinsternis am Nachthimmel in Freiburg, wie sie im März 2007 zu sehen war. Foto: dpa

OFFENBURG. Für seine Bachelorarbeit hat sich Matthias Welzel ganz schön viel vorgenommen: Der 22-Jährige konzipierte eine Live-Sendung über die Mondfinsternis am Dienstag mit allem, was dazugehört. Vier Monate war er mit seinen drei Tutoren beschäftigt. Das Ergebnis kann morgen, Dienstag, 21. Dezember, ab 7.15 Uhr im Internet unter http://www.eclipse-live.com angeschaut werden.

Warum er sich das Thema ausgesucht hat? "Ich kann alles anwenden, was ich während meines Studiums gelernt habe", erklärt der Sinzheimer, der den Studiengang Medien und Informationswesen gewählt hat. Bei der Gestaltung der Homepage sind Informatikkenntnisse erforderlich, bei der Einrichtung des Studios geht es um Mediengestaltung, bei den verschiedenen Übertragungen um Medientechnik. Zudem musste er die Finanzen im Blick behalten – da war der Betriebswirt gefragt. Das Besondere wird sein, dass erstmals live in HD-Qualität aus Offenburg gesendet wird, also in einer besonders hochwertigen Bildqualität und Schärfe.

Werbung


Mehr als 30 Leute sind inzwischen in das Projekt eingebunden: Ein Moderator wird auf Deutsch, eine Moderatorin auf Englisch das Geschehen im neuen Trakt der Hochschule begleiten. Das Studio ist bereits mit einem Parkettplagiat ausgelegt, zwei schwarze Sessel stehen für die Professoren sowie Mitglieder des Astronomischen Vereins der Ortenau bereit, die als Studiogäste erwartet werden.

Die Planeten stecken als Styropor-Nachbildungen auf unterschiedlich hohen Stangen. Bis 11.30 Uhr will Welzel am Dienstag mit seinem Team auf Sendung sein. Die Mondfinsternis wird im Zentrum stehen, es werden aber auch begleitende Themen angesprochen, zum Beispiel die Frage, wie sich lange Entfernungen messen lassen.

Ein Problem kennt der Student heute schon: In Deutschland wird das Naturschauspiel gar nicht gut zu erkennen sein: "Wir sind auf Hilfe von außen angewiesen." Es wird Liveschaltungen zu astronomischen Clubs in den Vereinigten Staaten und in Kanada geben, wo die Mondfinsternis deutlicher zu sehen sein wird. Auch Privatleute sind aufgefordert, ihre Teleskopbilder an die Hochschule zu schicken. Die Zuschauer, die online die Sendung verfolgen, haben zudem die Möglichkeit, sich mit Fragen an die Studiogäste zu wenden. Eine wichtige Rolle spielt das Wetter: Bei dichtem Schneefall wird es kaum Qualitätsbilder geben. Welzel hat aber bereits vorgesorgt und kann Alternativen ins Programm aufnehmen. Am heutigen Montag wird die Generalprobe stattfinden als einstündiger Testlauf. "Ich habe ein gutes Gefühl", versichert Welzel, dessen Arbeit von Professor Dan Curticapean betreut wird.

Bei einer Mondfinsternis "steht die Erde dem Mond in der Sonne", wie sich das Phänomen auf eine Formel bringen lässt. Dieses astronomische Ereignis tritt ein, wenn sich der Vollmond in der Nähe eines Knotens der Mondbahn befindet. Sonne, Erde und Mond liegen dann in dieser Reihenfolge auf einer Linie. Im Allgemeinen werden nur diejenigen Ereignisse als Mondfinsternisse bezeichnet, bei denen der Mond vom Kernschatten der Erde teilweise oder ganz bedeckt wird.

Finsternisse, bei denen der Mond nur vom Halbschatten getroffen wird, sind wenig auffällig, werden aber in der Astronomie mitgezählt.

Info: Zu erreichen ist das Produktionsteam per E-Mail eclipse2010@gmx.net, per Telefon 07821/288 28 68 oder über skype "eclipse2010".

Autor: Gertrude Siefke