Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

13. Oktober 2017

Drei Wochen bis zum "Quantensprung"

Am 1. November startet das neue Stadtbuskonzept, mit dem die Verkehrsplaner viel mehr Fahrgäste in die Busse locken wollen.

  1. Auch eine Entzerrung des Busaufkommens in der Innenstadt, hier der ZOB, soll der neue Fahrplan mit sich bringen. Grün wird die Farbe der künftigen Stadtbusse sein. Foto: Ralf Burgmaier/BZ-INFOGRAFIK

  2. Foto: bz

OFFENBURG. Für rund 10 000 Fahrgäste, die täglich das Offenburger Busnetz nutzen, um zur Schule, zur Arbeit, zum Einkaufen oder zu Freizeitaktivitäten zu fahren, heißt es sich umstellen. Zum 1. November heißen die Fahrzeuge nicht mehr Schlüsselbusse, sondern Stadtbusse. Doch es ändert sich viel mehr als nur der Name. Die städtischen Planer sprechen von einem Quantensprung. Die Busse werden größtenteils so vertaktet, dass die Nutzer tagsüber eigentlich keine Abfahrzeiten mehr im Kopf haben müssten.

Ziel der kompletten Neuüberarbeitung der Busfahrpläne ist eine Taktverdichtung. Im Optimalfall wäre das annähernd ein Viertelstundentakt, so dass die Fahrgäste einfach sich zur Haltestelle begeben in der guten Gewissheit, dass demnächst ein Bus kommen wird. So wie Menschen in Großstädten U-Bahn und S-Bahn benutzen, ohne groß auf einen Fahrplan zu schauen.

So können Fahrgäste, die zum Beispiel von der Altenburger Allee im Kreuzschlag zum Bahnhof wollen, dort werktags um 7.07 in die S 1 einsteigen und sind fahrplanmäßig um 7.20 Uhr am Bahnhof. 7.07 Uhr verpasst? Kein Problem um 7.14 Uhr fährt von dort die S 2 zum Bahnhof und um 7.29 Uhr wieder die S1.

Werbung


Am anderen Ende der Linien sieht es ähnlich aus. An der Abtsberghalle in Zell-Weierbach startet die S1 werktags um 7.14 Uhr über Rammersweier zum Bahnhof. Um 7.29 Uhr startet von dort die S 2 mit gleichem Ziel, fährt allerdings über Zell-Weierbach. Um 7.44 Uhr dann wieder die S1 und um 7.59 Uhr wieder S 2.

Eine weitere Neuerungen ist, dass endlich die Lücke zwischen den Ortsteilen Zell-Weierbach und Rammersweier geschlossen wird. Jetzt treffen die wichtigen und hoch frequentierten Buslinien S1 und S2 an der Abtsberghalle aufeinander. Bisher berührten sich diese Busverbindungen nicht. Eine Fahrt von Rammersweier nach Zell-Weierbach und umgekehrt ist jetzt ab dem 1. November möglich. Diersburg hängt als einzige nicht Offenburger Gemeinde am Stadtbusnetz (Linien S 6 und F 6). Die Gemeinde Hohberg, zu der Diersburg gehört und der Ortenaukreis beteiligen sich an den Kosten. Neu ist auch die Haltestelle Lindenplatz/Zentrum in der Wilhelmstraße, die von den Linie S 8 und F 5 (am Wochenende) angefahren wird. Damit hat der östliche Innenstadtbereich einen besseren Anschluss ans Netz.

Auch am Wochenende und am Abend ist das Angebot verbessert. Es gibt künftig spezielle Abendlinie für Freitag und Samstag (A 1 und A2), die besonders die Kulturstätten Oberrheinhalle und Kulturforum, aber auch die Hochschule und das Kreisschulzentrum anfahren.

Ziel des Ganzen ist mehr Menschen für den Öffentlichen Personennahverkehr zu begeistern. Die neuen Stadtbusse, die ab 1. November fahren, sind Teil des Verkehrskonzepts der Stadt, das unter der Marke "Einfach mobil" eine bessere Verzahnung von Bus- und Bahnanschlüssen erreichen will. Auch die Angebote der Mobilitätsstationen, die unter anderem Fahrrad- und Pedelecverleih sowie Car-Sharing umfassen, gehören dazu.

SWEG mit 15 neuen Bussen und 20 neue eingestellten Fahrern

Partner der Stadt für die neuen Stadtbusse ist die SWEG, die eigens dafür 20 neue Fahrer eingestellt und 15 neue Busse mit Dieselantrieb nach der Euro VI Abgasnorm angeschafft hat. Diese setzen mit ihrem einheitlich grünen Erscheinungsbild und dem gelben M-Logo für "Einfach mobil" auch einen farblichen Akzent. Im Offenburger Stadtbild werden sie daher gut unterscheidbar sein.

Präsentiert wird der erste grüne Stadtbus am Samstag, 21. Oktober, vor dem Offenburger Rathaus. Von diesem Samstag, 14. Oktober, an werden städtische Mitarbeiter an den Markttagen Samstag und Dienstag an einem Stand vor dem Rathaus die Menschen aktiv auf das neue Angebot ansprechen. In den Bussen liegen Faltpläne mit den neuen Fahrplänen der jeweiligen Linien aus. Mit dem Start der Stadtbusse im November – der 1. ist ein Feiertag, daher geht es erst so richtig am 2. November los – werden jeweils zwei Helfer am Rathaus und am Zentralen Omnibus Bahnhof stehen. Kenntlich an ihren grünen Jacken mit dem "Einfach mobil"-Logo stehen sie bei Fragen zum neuen System Rede und Antwort. Am 3. November gibt es dann ein großes Eröffnungsfest.

Die Stadt will über die zahlreichen Veränderungen durch das Stadtbuskonzept bis zum Start regelmäßig informieren.

Autor: Ralf Burgmaier