Ein Stahlkoloss auf Reisen

Nicolas Schmid

Von Nicolas Schmid

Do, 30. Juni 2011

Offenburg

Stahlbau Müller fertigt 60 Tonnen schweres Bahnbrückenteil.

OFFENBURG. Ein Stahlkoloss ist am Montag auf dem Gelände der Firma Müller Offenburg GmbH für den Transport nach Mannheim verladen worden. De 25 Meter lange und etwa sechs Meter breite Brückenkonstruktion wiegt 60 Tonnen und wird nach dem Lackieren in Mannheim nach Lüneburg weitertransportiert werden.

Um dort die Montage der Brücke über den Bahngleisen in nur einer Nacht zu realisieren, wurde die Konstruktion im Werk in Offenburg komplett zusammengebaut. Fertigungsleiter Bernd Teufel rechnet damit, dass die Brücke in circa vier Wochen in Lüneburg ankommen wird. "Die Lackierung wird drei Wochen in Anspruch nehmen, und für den Transport muss man schon sechs bis sieben Tage berechnen", so Teufel.

Um den reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, wurde das Spezialfahrzeug der Spedition Gutmann in Offenburg von der Polizei eskortiert, bis die Autobahn erreicht ist, die für den Transport einseitig gesperrt wird. Gefahren werden darf die Ladung aber nur von 21 Uhr bis 6 Uhr morgens, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern. "Der Transport ist eigentlich das größte Problem", so Bernd Teufel.

Die Brücke wurde in einer Fertigungszeit von eineinhalb Monaten zusammengesetzt, wobei im Durchschnitt acht Mitarbeiter beschäftigt waren. "Das ist ein großer Auftrag für uns.", sagt Teufel. Im Rahmen eines Projektes der Deutschen Bahn AG baute die Müller Offenburg GmbH bereits gemeinsam mit ihrer Muttergesellschaft, der Nürnberger Walthelm-Gruppe, Lärmschutzwände, Straßenbrücken und Hilfsbrücken für die Bauvorhaben in Lüneburg.

Das Offenburger Unternehmen stellt Stahlkonstruktionen für große Infrastrukturprojekte in Deutschland her, mit einem Gesamtumsatz von 28 Millionen Euro. Vor zwei Jahren musste der alteingesessene Familienbetrieb Insolvenz anmelden. Nach der Übernahme durch die Walthelm-Gruppe sei die Firma aber wieder im Aufschwung. "Nachdem die erste Zeit ein wenig zäh war, haben wir uns gut erholt", so Bernd Teufel.