"Home sweet home" geht allmählich zu Ende

Susanne Ramm-Weber

Von Susanne Ramm-Weber

Fr, 15. Dezember 2017

Offenburg

Werke der Karlsruher Malerin Stephanie Abben noch bis Sonntag zu sehen / Ausstellung in der Libbsclas-Gallery.

OFFENBURG. Mit einer tollen Malerin beschließt die Libbsclas-Gallery von Klaus Abel das Jahr 2017. Noch bis Sonntag sind die Arbeiten von Stephanie Abben in der Ausstellung an der Okenstraße zu sehen. Mit einer Finissage von 15 bis 18 Uhr endet dann "Home sweet Home", wie die Karlsruher Malerin die Show nennt. Ihr Thema sind Behausungen in jedweder Form, ob Holzhütte, Unterstand oder Villa. Diese Behausungen liefern ihr den Vorwand, um sich malerisch mit Räumen, Farbräumen, Perspektiven auseinander zu setzen. 2010 hat sie ihren Meisterschüler-Titel bei Professor Meuser erhalten, seither sind ihre Arbeiten für zahlreiche Preise nominiert worden.

Es gelingt ihr, die verschiedenen Perspektiven so ineinander zu integrieren, dass sich Spannung und Zusammenhang auf das Delikateste fügen, der innere Zusammenhalt des Bildes bei aller Diversität erhalten bleibt oder erst geschaffen wird. In manchen Bildern sind es die minimalen Mittel, mit denen das gemacht ist, nur ein kleines Fleckchen Grün an der richtigen Stelle, ein feiner Magenta-Streifen oder ein kräftiger Akzent in der Komplementär-Farbe. Die Behausungen sind stets in einer Landschaft verortet, mal ist es ein See, dann ein Berghang oder ein Wald, zumindest lässt die Formfarbgebung diese Assoziationen zu. Krumme Linien laden sich mit der Bedeutung von Strommasten und Leitungen auf. Flächen und Linien stehen in bedeutsamem Verhältnis zueinander, als Begrenzung oder separate Setzung. Die Techniken mischen sich, gesprühte Flächen, gespachtelte dicke Farbmasse oder dünnflüssig herunterlaufende Farbnasen. Damit gelingt es der gebürtigen Düsseldorferin, die vor ihrem Kunststudium in Karlsruhe an der Ruhr-Universität in Bochum Kunstgeschichte und Philosophie studiert hat, zwischen Wirklichkeit und Phantasie, zwischen Gegenstand und Abstraktion frei hin und her zu pendeln, ohne eine hundertprozentige Festlegung, die Erfindung spielt die größte Rolle dabei. Zugleich macht die Künstlerin im Emotionalen eine gewisse Verlorenheit, Unbestimmtheit und Ungezwungenheit sichtbar, etwa wenn die angedeutete Hütte schräg gekippt in der Landschaft hängt, ein Eindruck von großer Raumtiefe im Bild entsteht, der Absturz nach unten in ein Loch suggeriert wird, oder die Tankstelle sich unterhalb der Baumhütte ins Bild schiebt. Das ist gute Malerei, und wenn man sie in den Vergleich mit den Innen- und Außenraum-Arbeiten von Susanne Kühn aus Freiburg, die aus der Leipziger Schule kommt, bringt, dann merkt man, wie viel freier im Duktus diese Arbeiten von Stephanie Abben sind, dass eine Umgebung und die Phantasie die größere Rolle spielen als die kleinteilig ausformulierte Genauigkeit. Man wünscht der Malerin, die zuletzt an der Freien Kunstschule Mannheim unterrichtet hat, große Erfolge.

Libbsclas.Gallery Showroom, c/o Monolith oHG 2. OG Artforum, Okenstr. 57, Offenburg. Tel. 0172/7101861, bis 17. Dezember, Montag bis Freitag, 15.30 bis 18.30 Uhr, Finissage Sonntag 17. Dezember, 15 bis 18 Uhr. Weitere Infos unter www.libbsclas.gallery