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15. November 2017

"Investitionen in die Zukunft"

Haupt- und Bauausschuss billigt millionenschwere Schulprojekte.

OFFENBURG. Vom nächsten Sommer an wird an der Georg-Mosch-Schule, der Eichendorffschule und am Schillergymnasium gebaut. Dem Beschluss der alles in allem 32,2 Millionen Euro schweren Großprojekte haben am Montagabend im Haupt- und Bauausschuss alle Fraktionen zugestimmt. Einheitliche Kritik gab es über den vorgesehen Standort eines geplanten "Grünen Klassenzimmers" an der Georg-Monsch-Schule. Das Thema bleibt auf der Tagesordnung.

Nach einem kurzen Abriss über den Stand der drei Großprojekte von Andreas Kollefrath, Fachbereichsleiter Hochbau, ging Bürgermeister Hans-Peter Kopp explizit auf das Konzept der Nachfinanzierung ein. Denn nach jüngsten Kostenberechnungen der anstehenden Umbauten und energetischen Sanierungen hatte sich die Gesamtsumme um 16 Prozent erhöht – von den angesetzten 26,9 Millionen Euro auf 32,2 Millionen Euro. Der Kostenanstieg der energetischen Sanierungen soll durch eine Aufstockung von zinsgünstigen KfW-Darlehen mit Tilgungszuschuss (insgesamt rund 10 Millionen Euro) finanziert werden. Weiter könne man im Bereich der Umbauten auf Landeszuschüsse von 1,5 Millionen Euro rechnen.

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"Wir verschulden uns nicht auf immer, sondern führen in den nächsten zehn Jahren die Darlehen zurück", meinte Kopp. "Ich kann gut damit leben, wenn wir am Schluss zehn Millionen Euro Schulden haben und dann 22 Millionen Euro rausbekommen", fügte er hinsichtlich der beachtlichen Energieeinsparungen an. Allein die energetische Sanierung macht mit 40 Prozent der Gesamtkosten (13,5 Millionen) einen Großteil der Gesamtkosten aus. Auch wenn die Steigerung der Kosten "ordentlich" sei, begrüßte Albert Glatt von der CDU den Beschluss, die Schulen in einen zukunftsträchtigen Zustand setzen. Dem konnte Jochen Ficht (SPD) nur zustimmen. "Ich freue mich über die Entwicklung der drei Standorte. Heute sind wir keine Weinstadt, sondern eine Bildungsstadt. Die nachhaltige Sanierung spricht dabei für eine aktive Klimaschutz-Politik." Geld in die Hand zu nehmen, um einen Mehrwert für Offenburg als Schulstandort und um Bildungsgleichheit für die Kinder zu schaffen, das war der Tenor aller Fraktionen.

Kritik am Standort des Grünen Klassenzimmers

Kritik kam beim geplanten "Grünen Klassenzimmer" an der Georg-Monsch-Schule auf. Das vorgestellte Konzept sieht dafür eine Erweiterung des Schulhofes im Bereich des östlich angrenzenden Parkplatzes vor. Sechs öffentliche Stellplätze sollen geopfert werden. "Wir haben ein Problem mit der Lage des ‚Grünen Klassenzimmers’", merkte Glatt hinsichtlich der Sicherheit an, "da auf dem Spielplatz auch schon Spritzen gefunden wurden."

Hans Rottenecker von den Freien Wählern verwies dabei auf die Nutzung der Parkplätze für Ärzte und Besucher der Apotheke in der Straße. Standort ungeeignet, so lautete schließlich das Fazit aller Gemeinderäte. OB Schreiner schlug daher vor, das "Grüne Klassenzimmer" bei der Abstimmung über den Baubeschluss auszusetzen und nochmals vor Realisierung der Außenanlage abzustimmen.

Drei Schulprojekte für 32,2 Millionen Euro

Georg-Monsch-Schule: 9,35 Millionen Euro werden in den Umbau der bisherigen Halbtagsgrundschule zur Ganztagsgrundschule und die energetische Sanierung investiert. Die ehemalige Knabenschule erhält eine Mensa mit öffentlicher Terrasse, Spiel- und Kletterzonen im Innenhof sowie ein "Grünes Klassenzimmer" im Freien. Voraussichtliche Bauzeit: Juli 2018 bis November 2019.

Eichendorffschule: Für insgesamt 13,7 Millionen Euro wird die Eichendorffschule zur Ganztagsgrundschule und Gemeinschaftsschule umgebaut und komplett energetisch saniert. Zudem soll dort eine Außenstelle des Stadtteil- und Familienzentrums Albersbösch entstehen. Voraussichtliche Bauzeit: Juli 2018 bis September 2020.

Schillergymnasium: Im größten Gymnasium Offenburgs mit fast 1100 Schülern werden Lehrer- und Verwaltungsräume sowie Fachräume erneuert. Das Gebäude wird energetisch und technisch saniert und barrierefrei umgebaut. Aufgrund der hohen Schülerzahl sollen aus der Hausmeisterwohnung im Dachgeschoss zwei weitere Klassenzimmer entstehen. Insgesamt fließen 9,15 Millionen in das Gymnasium. Voraussichtliche Bauzeit: Juni 2018 bis Mai 2020.  

Autor: reim

Autor: Karin Reimold