Nachruf

Künstler Peter Vogel ist im Alter von 80 Jahren gestorben

bz, rab

Von BZ-Redaktion & Ralf Burgmaier

Fr, 12. Mai 2017

Offenburg

Im Oktober wollten ihn die Stadt Offenburg sowie der Förderkreis Kunst und Kultur mit dem Oberrheinischen Kunstpreis 2017 ehren. Erst vor gut einer Woche hatten Förderkreis und Stadt in einer Pressekonferenz das Urteil der fünfköpfigen Jury bekanntgegeben. Nun ist Peter Vogel, internationaler Pionier der Elektronischen Objekt-Klangkunst, am 8. Mai im Alter von 80 Jahren in seiner Heimatstadt Freiburg verstorben.

OFFENBURG (BZ/rab). Laut Pressemitteilung der Stadt Offenburg wird Peter Vogel im Oktober 2017 posthum geehrt werden.

Mit seinen interaktiven Klang- und Lichtobjekten, seinen elektronischen Bewegungsobjekten, "Zwitschermaschinen", Flügelobjekten, seinen großen elektronischen Orchestern, Klangtürmen und Klangwänden, seinen Klang- und Tanzperformances galt Peter Vogel in der internationalen Kunstszene als einer der herausragenden Pioniere der elektronischen Klangkunst, heißt es in einer Pressemitteilung, mit der die Stadt mit großem Bedauern den Tod des designierten Preisträgers bekannt gibt. Der außergewöhnliche Künstler und Forscher habe seit den späten 1960er Jahren der Szene der Electronic Arts starke Impulse gegeben, und sei zugleich mit seinem beständigen Wirken in der Oberrheinregion tief verwurzelt geblieben.

"Die Ehrung des hochverdienten Künstlers Peter Vogel wird nun leider erst posthum stattfinden können. Wir möchten seiner Familie unser tiefes Mitgefühl aussprechen. Es ist uns ein großes Anliegen, Peter Vogel mit einer umfassenden Retrospektive in Offenburg zu würdigen und der Nachwelt die vielfältigen Beziehungen seines Gesamtwerks zur Entwicklung der elektronischen und digitalen Klangkunst zu erschließen", so Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner in ihrem Beileidsschreiben an die Angehörigen des Verstorbenen. Der Oberrheinische Kunstpreis ist ein Kooperationsprojekt der Stadt Offenburg und des Förderkreises Kunst und Kultur. Er wird seit 2011 verliehen und ist dotiert mit einem Preisgeld von 10 000 Euro , einer Katalog-Publikation, die das Lebenswerk des ausgezeichneten Künstlers beleuchtet, sowie einer Werkschau.

Die Preisverleihung für Peter Vogel sollte am 22. Oktober 2017 in der Städtischen Galerie stattfinden, wo geplant ist, anschließend auch die Ausstellung mit 40 Objekten aus dem Fundus des Freiburger Künstlers zu eröffnen. Insgesamt handelt es sich um einen finanziellen Aufwand pro Preisverleihung in der Größenordnung von bis zu 80 000 Euro, wie Georg Fröhner, Vorsitzender des Förderkreises bei der Bekanntgabe des 2017er-Preisträgers auf Nachfrage erläuterte .

Erste Preisträgerin war im Jahr 2011 die Karlsruher Malereiprofessorin Corinne Wasmuth. 2014 kürten der Förderkreis Kunst und Kultur sowie die Stadt Offenburg die Schweizer Künstlerin Miriam Cahn zur Preisträgerin.

Schon die Premiere des Oberrheinischen Kunstpreises im Jahr 2010 stand unter keinem guten Stern. Der erste designierte Preisträger, Wolf Pehlke aus Karlsruhe, lehnte mitten in den Vorbereitungen der Preisverleihung die Entgegennahme des Preises wegen inhaltlicher Differenzen mit den Organisatoren ab.