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28. November 2008

Mit VW und den Fantastischen Vier

Lahrer Band Rockrainer hat sich gegen Hunderte von Mitbewerbern die Unterstützung der VW Sound-Foundation gesichert

  1. Die Fantastischen Vier von Rockrainer und ihre Parodie des 80er-Jahre-Actionfilms Foto: pr

LAHR/FRIESENHEIM. Die in Lahr und Friesenheim ansässige Band Rockrainer um den Texter und Rapper Sandro de Lorenzo und den Komponisten und Produzenten Ralf Steinert wird derzeit von der Volkswagen Sound-Foundation gefördert. Der Wolfsburger Autokonzern nimmt in diesem Jahr drei Newcomer in den Bereichen HipHop, Pop und Rock sowie in jedem Bereich drei "Talente" unter seine Fittiche. Zu diesen Talenten gehört die Truppe um de Lorenzo und Steinert.

Rockrainer bekommt für einige Monate einen Tourbus von VW gestellt, dazu Pressematerial, das gemeinsam mit dem Siegel der Sound-Foundation Auftritte auch außerhalb der angestammten Region ermöglichen soll. Dazu kommt ein Band-Portrait plus CD-Besprechung in unterschiedlichen Szene-Musikzeitschriften, plus ein Workshop in der Popakademie Mannheim mit den Paten der VW Sound-Foundation. Für den Bereich HipHop sind das die Fantastischen Vier.

Ausgewählt wurde Rockrainer aus Hunderten von Bewerbern durch eine mit Musikkritikern und Musikern besetzte Jury, darunter auch ein Vertreter der Pop-Akademie. Die Förderung dauert bis Ende Januar. Ab Ende November wird Rockrainer für drei Wochen auf Tour sein, unter anderem mit Auftritten in Berlin und Stuttgart. "Die meisten Auftritte sind jedoch in der Region, etwa in Freiburg im Jazzhaus", wie Ralf Steinert erklärt.

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Natürlich erhofft sich Rockrainer etwas von den Fantastischen Vier
Es sei schwierig, im Musikgeschäft wahrgenommen zu werden: "Wir hoffen, dass die Sound-Foundation da hilft." Und natürlich erhofft man sich etwas von dem Treffen mit den Fanstastischen Vier. "Wir mögen sie. Wäre klasse, wenn sie uns auch mögen würden", frozzeln Steinert und de Lorenzo, "ein Auftritt als Vorgruppe von Fanta-Vier – das wär’s!"

Mit ihrer soeben erschienen CD "80er Actionfilm" entfernt sich Rockrainer wieder ein Stückchen mehr vom reinen Hip-Hop und verarbeitet auf teils parodistische Weise die "Neue Deutsche Welle" der 1980er-Jahre, darunter die Gruppen Spliff, Fehlfarben ("Es geht voran"), Ideal und den Österreicher Falco. "Angst vorm Adel" beginnt mit einem Thema, das in Rhythmus und Melodie an Falcos "Der Kommissar" erinnert. Sandro österreichelt auf herrlichste Weise und trifft das blasierte Falco-Näseln punktgenau. Immer wieder werden die Falco-typischen "Tscha"-Rufe eingestreut. Das dazugehörige Video – mit bepuderten Perücken und betressten Livrées – wurde in der nostalgischen Atmosphäre des "Süßen Löchle" gedreht, Lahrs ältestem Café.

Rockrainer veröffentlicht sein jüngstes Werk als 2-Disc-Set: die CD wird ergänzt durch eine DVD mit Videos zu den Songs. Als Kostprobe ist auf der Band-Webseite http://www.rockrainer.de das Video zu "Beweg" zu sehen, eine intelligent gemachte Animation mit Schattenrissen auf Wellpappe. Insgesamt sind fünf Filme beabsichtigt. Sie werden in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Medien und Informationswesen der Hochschule Offenburg durch die beiden Studenten Dominik Gambert und André Schäfer erstellt.

"Beweg" ist spannend durch einen guten, auch sprachschöpferischen Sprechgesang-Text in Verbindung mit Latin-Jazz und Soft-Disco-Rhythmen. "Wenn Hip-Hop etwas bietet, dann Platz für Texte", erklärt Sandro de Lorenzo, "man hat die Chance, etwas zu sagen." Das man sich aus der engeren HipHop-Gemeinde verabschiedet, hat damit zu tun, dass Rockrainer für seine Aussagen, ob ironisch, ob nachdenklich, die adäquaten musikalischen Mittel nutzen will. Bei "Am Fenster" – mit Rilkezitaten – tritt der HipHop-Rhythmus nur noch im Sprechgesang zutage, der von einer melancholischen Folk-Gitarre unterlegt ist.

Produziert wurde die CD teils im bandeigenen Studio in Friesenheim, teils durch André Horstmann in den "Neuwerk 13"-Studios in Lahr. Erhältlich ist sie über die Homepage der Band. Live auf der Bühne zu erleben ist Rockrainer, heute, Freitag, 28. November, 21 Uhr im Schlachthof Lahr.

Autor: rob