OB lässt heute die Sektkorken knallen

Helmut Seller

Von Helmut Seller

Fr, 21. Januar 2011

Offenburg

Nach Ablehnung der Bahnplanung lädt Edith Schreiner heute um 13 Uhr alle Bürger zum Umtrunk vor dem Historischen Rathaus ein.

OFFENBURG. Heute wird gefeiert! Oberbürgermeisterin Edith Schreiner lädt alle Offenburger, die für eine bessere Bahnplanung gekämpft haben, ab 13 Uhr zu einem Umtrunk vor dem Historischen Rathaus ein. Anlass ist die Tatsache, dass das Regierungspräsidium die Planung der Bahn als nicht genehmigungsfähig abgeschmettert hat. Für Offenburg bedeutet dies einen Etappensieg und deutlich bessere Chancen auf den geforderten Güterzugtunnel.

Mit St-Andreas-Sekt wird auf die gute Nachricht aus Freiburg angestoßen, auch Mineralwasser wird bereitgestellt: "Solange Vorrat reicht", sagt der städtische Fest-Experte Hugo Haag der sich um die Organisation der kleinen Party unter den Pagoden kümmert. Haag rechnet mit zwei bis dreihundert Menschen und hat bereits einige Kartons Sekt gerichtet. Es war eine spontane Idee der Oberbürgermeisterin, ein wenig mit allen zu feiern, die zum wirkungsvollen Offenburger Protest beigetragen haben: "Ein Erfolg, der durch eine intensive Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Gemeinderat, der Bürgerinitiative, den Bürgern und unserer örtlichen Medien möglich wurde", so Edith Schreiner. Aus ihrer Sicht haben sich mit der Ablehnung der Bahnplanung die Chancen Offenburgs auf einen Güterzugtunnel deutlich erhöht.

"Eine Rückkehr zu A 3 kann es jetzt nicht mehr geben."

Auch für Manfred Wahl steht nach dem Votum des Regierungspräsidiums fest: "Eine Rückkehr zu A3 kann es jetzt nicht mehr geben." Er sei sich sicher, so Wahl, "dass im Endeffekt auch die Bahn froh ist, wenn sie eine für alle bessere Trasse bauen kann." Die Verantwortlichen täten sich einen Gefallen, sich jetzt schnell mit der Stadt und der BI über Trassenführung zu verständigen. Wie die Oberbürgermeisterin, so wird auch Manfred Wahl heute Mittag vor dem Rathaus ein paar Worte an die Gäste richten. Wenn alles klappt, dann findet sich auch noch eine Delegation der Stadtkapelle, die die Feier musikalisch umrahmt und das Badnerlied spielt: "Das gehört dazu", so Hugo Haag.

Unterdessen hat Bahnchef Rüdiger Grube gegenüber der Deutschen Presseagentur sogar Verständnis für das Veto des Freiburger Regierungspräsidiums gegen den geplanten Ausbau der Rheintalbahn geäußert. Die Entscheidung von Dienstag sei "in der Sache richtig", sagte der Manager am Mittwoch in Stuttgart. Die Zusammenarbeit zwischen Land und Bahn hätte besser sein können. "Da haben wir kein gutes Beispiel abgegeben, da hätten wir uns besser abstimmen müssen", sagte Grube.

Er bekräftigte: "Wir nehmen die Sorgen der Menschen in Offenburg sehr ernst, wir sind die letzten, die keine Rücksicht auf die Bevölkerung nehmen."