Shell Eco-marathon Europe

Schluckspecht der Hochschule Offenburg steht in den Startlöchern

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 14. Mai 2015 um 17:23 Uhr

Offenburg

Der "Schluckspecht" der Hochschule Offenburg steht in den Startlöchern für den nächsten großen Wettbewerb. Derzeit laufen noch die letzten Arbeiten. Wie erfolgreich wird der Spritsparer sein?

Er gilt als einer der härtesten Wettbewerbe für Studenten der Ingenieurwissenschaften: Schon Zehntausende Studentinnen und Studenten haben sich beim "Shell Eco-marathon Europe" der Herausforderung gestellt, mit ihren selbst konstruierten Fahrzeugen und einem Liter Kraftstoff oder einer Kilowattstunde Strom so weit wie möglich zu fahren. Mit beeindruckenden Ergebnissen: In der Spitze ist hochgerechnet sogar bereits eine Strecke von Deutschland bis nach Nordafrika erreicht worden.

In diesem Jahr sind 228 Teams aus 30 Ländern in Europa und Afrika für den Wettkampf vom 21. bis 24. Mai im niederländischen Rotterdam qualifiziert. Aus Deutschland gehen unter der Schirmherrschaft von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka 16 Teams an den Start, darunter auch wieder das Schluckspecht-Team der Hochschule Offenburg.

Um an die Erfolge der vergangenen Jahre anzuknüpfen, laufen die Vorbereitungen nicht nur an der Hochschule derzeit auf Hochtouren. Das Team, das von Professor Claus Fleig betreut wird, hat schon in der Vergangenheit einige Preise abgeräumt. Der "Schluckspecht 4", der in der Urban-Concept-Kategorie "Diesel" startete, fuhr 2014 einen neuen Weltrekord ein: Er schaffte 389 Kilometer mit nur einem Liter Diesel und stellte damit sogar Konkurrenz aus den USA und Asien in den Schatten. "Dieses Jahr gilt es, unseren bisherigen Rekord zu übertreffen und die 400-Kilometer-Marke zu knacken", zeigt sich Erik Meyer motiviert, der den Bereich Elektronik des neuen "Schluckspecht 5" leitet.

Fahrzeug noch leichter und aerodynamischer

Um dieses Ziel zu erreichen, laufen momentan noch die letzten Arbeiten am "Schluckspecht 5", der noch leichter und aerodynamischer sein wird als sein Vorgänger. Auch der hocheffizient batteriebetriebene "Schluckspecht 3" aus der Prototypen-Kategorie wird beim diesjährigen Shell Eco-marathon wieder starten. "Unseren siebten Platz vom vergangenen Jahr mit 590 km/kWh werden wir auf jeden Fall übertreffen", ist sich Withold Daibelei, Teamleiter des "Schluckspecht 3", sicher. Derzeit dreht der "Schluckspecht 3" auf der Teststrecke der Hochschule seine letzten Runden, bevor das rund 40-köpfige Team Anfang der kommenden Woche Richtung Rotterdam aufbricht.

Bei einem Besuch im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Stuttgart zeigten sich neulich laut einer Pressemitteilung auch Umweltminister Franz Untersteller und Ministerialdirektor Helmfried Meinel beeindruckt von der Arbeit des Teams und wünschten für den Wettbewerb in Rotterdam viel Erfolg: "Energie effizient zu nutzen ist eine der wichtigsten Forderungen unserer Tage. Gerade in Baden-Württemberg als bedeutendem Automobilstandort können junge Leute Impulse geben und Lösungen aufzeigen, wie eine umwelt- und klimafreundliche Mobilität der Zukunft aussehen kann", so Meinel.

Beim Shell Eco-marathon Europe wird in zwei Kategorien gefahren: In der "Urban-Concept-Klasse" müssen die Fahrzeuge prinzipiell für den Straßenverkehr geeignet sein, dagegen sind in der Klasse der "Prototypen" der Konstruktion kaum Grenzen gesetzt. In beiden Kategorien gibt es zwei Hauptarten von Motoren: Verbrennungs- und Elektromotoren. Beim Verbrennungsmotor können die Teilnehmer zwischen Benzin, Diesel, Ethanol, synthetischem Diesel aus Erdgas (GTL) oder Erdgas (CNG) wählen, beim Elektromotor zwischen Batterie und Brennstoffzelle. Im Wettkampf müssen die Fahrzeuge zehn Runden auf dem Parcours zurücklegen, um in die Wertung aufgenommen zu werden. Dabei dürfen sie nicht länger als 39 Minuten fahren; die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt mindestens 25 km/h. Danach wird der Kraftstoffverbrauch ermittelt und hochgerechnet, wie weit das Fahrzeug gekommen wäre, wenn es einen ganzen Liter Kraftstoff oder eine Kilowattstunde Strom verbraucht hätte. Sieger ist das Team mit der weitesten Strecke.