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23. März 2016

Sprachlehrer fordern massiv eine angemessene Bezahlung

Offener Brief an OB Schreiner sowie die Volkshochschule und das Institut für deutsche Sprache (IdS) / Image des Deutsch-Dozenten müsse besser werden.

  1. Ein Flur der Villa Bauer, in dem das IdS untergebracht ist. Foto: rab

OFFENBURG (BZ). Ein offener Brief der Dozenten und Dozentinnen des Instituts für deutsche Sprache Offenburg (IdS) an OB Edith Schreiner sowie die Leitung der VHS Offenburg und des IdS befasst sich mit der herrschenden "prekären" Verdienstsituation sowie mit der Vollversammlung am 21. Februar. Der Brief ist von rund 50 Personen unterzeichnet. Da das IdS fast alle Integrationskurse in der Region und darüber hinaus eine große Anzahl an Intensiv-Deutschkursen und Flüchtlingskursen veranstaltet, müsse ein gutes Funktionieren des Deutschlernens und damit der Integration im Interesse aller liegen, heißt es.

Alle Dozenten, die bei der Versammlung anwesend waren, verknüpften mit ihrer beruflichen Tätigkeit das Ziel, ihren Lebensunterhalt zu verdienen: "Wir gehen davon aus, dass etwa ein Drittel der DozentInnen des IdS in Vollzeit (30 UE und mehr) fast ausschließlich für das IdS tätig ist. Ein Drittel ist in Teilzeit (20 UE und mehr) fast ausschließlich für das IdS tätig, ein Drittel der Lehrkräfte ist nebenberuflich für das IDS tätig."

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Alle Dozenten arbeiteten freiberuflich zu einem Honorarsatz zwischen 22 und 28 Euro, "der es nicht ermöglicht, einen angemessenen Lebensunterhalt und die nötigen Sozialversicherungen (zumindest Kranken- und Rentenversicherung) zu finanzieren, obwohl keine weiteren Einkünfte möglich sind. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass wir mehrere (ca. 10-16) Wochen pro Jahr aus Gründen der Programmplanung des IdS, während der Feiertage und Ferien und im Krankheitsfall kein Einkommen erzielen können. Das von der VHS bezahlte Honorar entspricht weder unserer zumeist akademischen Ausbildung und Qualifizierung, noch ist es unserer Aufgabe und Arbeitsleistung angemessen." Die Versammlung habe folgende Forderungen einstimmig beschlossen:
» "Gefordert wird für alle Dozenten, die das wollen, eine Festanstellung. Diese wird nach dem TVöD gestaltet.
» Honorarkräfte erhalten ein Honorar, das der Festanstellung rechnerisch entspricht, so dass ein angemessener Lebensunterhalt und die Bezahlung der Sozialleistungen möglich werden.
» Die Honorarkräfte werden als arbeitnehmerähnliche Personen anerkannt. Dabei streben wir eine Gleichbehandlung aller Dozenten (Intensiv-/Integrations- und sonstige Kurse) an, insbesondere um zu verhindern, dass Erhöhungen der BAMF-Fördersätze nur an Integrationskursdozenten weitergegeben werden.
» Für die Honorardozenten fordern wir außerdem Fahrtkostenerstattung ab dem ersten Kilometer und bezahlte Fortbildungen." Diese Bedingungen seien unerlässlich, um den Beruf des Dozenten für Deutsch als Fremdsprache attraktiv zu machen und damit den hohen Bedarf an Lehrkräften zu erfüllen, der bestehe und weiterhin bestehen werde. Nur mit gut ausgebildeten und erfahrenen Deutschlehrern könne diese Aufgabe gemeistert werden. Als einzige Lösungsmöglichkeit immer wieder eine Erhöhung des BAMF-Satzes zu nennen sei nicht richtig, da insbesondere das IdS nicht alleine von den Integrationskurserträgen lebe und für die gerechte Bezahlung seiner Dozenten eigenverantwortlich sei.

Die Unterzeichnenden erwarten, dass sich OB Schreiner als verantwortliche Politikerin für ihre Belange einsetzt und Lösungswege sucht, "denn unsere schlechte Bezahlung ist ungerecht und unseres Staates und der Stadt Offenburg nicht würdig. Wir erfüllen eine sehr wichtige Aufgabe, deren Gelingen unbedingt davon abhängt, ob unser Verdienst unseren Lebensunterhalt sichert."

Autor: bz