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04. August 2011
Tennisclub Offenburg geht mit bestem Beispiel voran
Die Bundestagsabgeordneten Molitor und Laurischk loben bei einem Besuch die Integration einer Rollstuhlgruppe.
OFFENBURG (cbb). Wie behinderte Menschen besser in die Sportwelt integriert werden können, das war das Thema eines Besuchs der beiden FDP-Bundestagsabgeordneten Gabriele Molitor und Sibylle Laurischk bei der Rollstuhlabteilung des Tennisclubs Offenburg. Die behindertenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion wollte sich selbst ein Bild vom Behindertensport in der Praxis machen. Laurischk freute sich, dass sie neben der Rollstuhlgruppe sowie Vorstandsmitgliedern des TCO auch Günter Pfullendörfer, den Präsidenten des Badischen Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes traf. Sein langjähriges Engagement mache ihn zu einer Institution, stellte Laurischk fest. "Auch Tennis gehört zum Behindertensport dazu. Der Tennisclub Offenburg geht hier mit bestem Beispiel voran", sagt Pfullendörfer. Auf der anderen Seite beklagte der Präsident die rückläufigen Mitgliedszahlen beim BBS. "Die behinderten Menschen finden den Weg nicht mehr zu uns. Andere Interessen scheinen hier im Vordergrund zu stehen." Auch gebe es häufig Probleme mit Hallenbelegungszeiten. Dass der Verein bei Beschlüssen oft gar nicht miteinbezogen würde, macht Pfullendörfer besonders zu schaffen: "Ich fühle mich vergessen".
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Auf offene Ohren bei den beiden Politikerinnen stieß die Rollstuhlabteilung des TCO. Ihr Leiter Bernd Wiedemer, engagiertes Vorstandsmitglied, sprach neben sportlichen Themen auch die fehlende Kostenübernahme etwa bei Sportroll-stühlen oder einer besseren orthopädische Versorgung an. Auch Alltagsprobleme wie die immer noch häufige Ablehnung bei der Arbeitssuche oder die fehlende Einbeziehung von Behinderten bei der Planung von Bauprojekten, kam zur Sprache.
Umso mehr lobte Gabriele Molitor das Engagement des Tennisclubs Offenburg beim Behindertensport. "Ich finde es toll, dass Sie Rollstuhltennis als Abteilung im Verein aufgenommen haben. Wir müssen es schaffen, dass sportliche Betätigung Schlimmeres verhindert. Denn Sport steht für Prävention." Wichtig sei es darum, dass Behindertensport genau so selbstverständlich gehandhabt würde, wie der normale Sport. Es könnte nicht sein, dass Ärzte Behinderten Sport verschrieben, die Ausübung dann aber schon an den fehlenden Rahmenbedingungen scheitere.
Der TCO sei hier das beste Beispiel dafür, wie Integration funktionieren kann. Auch der siebzigjährige Günther Becherer, der durch einen Zeitungsartikel auf die Rollstuhlabteilung aufmerksam wurde, fühlt sich beim TCO sehr wohl. "Ich sitze erst seit zweieinhalb Jahren im Rollstuhl und war vorher begeisterter Tennisspieler. Das kann ich beim TCO jetzt wieder sein." Auch der Erfahrungsaustausch mit den anderen Clubmitgliedern sei für ihn als Neu-Rollstuhlfahrer wertvoll gewesen.
Beim Tennisclub Offenburg gehören die Rollis inzwischen zum alltäglichen Bild und sind auf der Anlage gerne gesehen, wie "Seit unsere Anlage rollstuhlgerecht umgebaut ist, habe ich ein gutes Gefühl bezüglich der neuen Clubmitglieder. Auch die Plätze leiden weniger unter den Rädern der Rollstühle, als zum Abteilungsstart im Jahre 2008 angenommen", erzählt die Vorsitzende und Initiatorin der Rollstuhlabteilung, Cornelia Weizenecker. "Ich freue mich sehr über den Zuspruch von Frau Molitor und Frau Laurischk." Gerne komme sie auf das Angebot von Gabriele Molitor zurück, gemeinsam Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben – vielleicht auch in Berlin.
Dort könnten die Rollstuhlfahrer des TCO einmal zeigen, wie viel Freude sie an ihrem Sport haben. "Schön wäre es, wenn wir dann alle zusammen in einem ICE fahren könnten", bemerkt Weizenecker abschließend. "Denn derzeit bietet die Bahn leider nur zwei Plätze pro Zug für Rollstuhlfahrer an." Ein Bericht auf über die Offenen Badischen Tennismeisterschaften der Rollstuhlfahrer:
Autor: bz
