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02. November 2009

Vogelzucht ist Ganzjahresarbeit

Vogelfreunde Offenburg hatten zur traditionellen Herbst-Ausstellung des Vereins geladen / Guter Zuspruch

  1. Vorsitzender Klaus Wirth – ein Niederschopfheimer – ist stolz auf seinen Verein und seine Vögel. Foto: cornelia weizenecker

OFFENBURG. Die Vogelfreunde Offenburg hatten übers Wochenende zu ihrer traditionellen Herbst-Ausstellung im Vereinsheim beim alten Flugplatz eingeladen. Im kommenden Jahr feiert der Verein seinen 100. Geburtstag.

Das Vogelgezwitscher im Vereinsheim der Offenburger Vogelfreunde e.V. klingt alles andere als entspannend. Im Gegenteil. Mehr als 1200 bunte Vögel – Kanarien, Papageien und andere Exoten – zwitschern in den unterschiedlichsten Tonlagen und Lautstärken in ihren Käfigen. Der Geräuschpegel ist hoch, sehr hoch. "In einer Diskothek ist es lauter", schmunzelt Klaus Wirth. Für den Vorsitzenden der Vogelfreunde scheint es Musik in den Ohren zu sein. Dass viele Menschen lieber eine Diskothek besuchen als zu einer Vogelschau, will er nicht verstehen.

Doch in diesem Jahr ist er mit den Besucherzahlen sehr zufrieden. "Wir hatten noch nie so viele", freut sich der 45-Jährige. Die Erwartungen seien übertroffen worden. "Wissen Sie, das hier ist sozusagen unsere Vereinsmeisterschaft und der Lohn des Jahres", erklärt er. Bereits am Freitagvormittag wurden die Vögel von einem neutralen Preisrichter-Team auf Größe, Farbe, Gefieder, Form und Allgemeinzustand bewertet. An den Käfigen im Vereinsheim am Alten Flugplatz hängen kleine farbige Zettel, auf denen die Platzierungen stehen. "Die Kanarien und Cardeueliden werden in Vierer-Stämmen und als Einzelvögel prämiert, während die Wellensittiche, Großsittiche und Exoten als Einzelvögel ausgezeichnet werden", erzählt Wirth.

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Der Mann ist seit 34 Jahren Mitglied des Vereins der Offenburger Vogelfreunde. "Das ist mein Leben", bekennt er freimütig. Wie viele Vögel er hat? "Jede Menge", schmunzelt er. Insgesamt sind es 350 in den unterschiedlichsten Sparten wie Waldvögel, Cardeueliden und Sittiche. Die Nymphosittiche seien allerdings sein Steckenpferd. Für seine Vögel hat er extra ein Haus gemauert. 35 Meter lang, dreineinhalb Meter tief und zweieinhalb Meter hoch. "Zwei Wochen Griechenland oder Mallorca ist da nicht drin", betont Wirth, der in Niederschopfheim wohnt. Ab und zu mal ein Wochenendausflug, länger möchte beziehungsweise kann der Vorsitzende der Vogelfreunde nicht verreisen.

"Vogelzucht ist eine Ganzjahresarbeit", erklärt er. Ein Sportgerät könne man auf die Seite legen, die Vögel eben nicht. Dass die Offenburger Vogelfreunde trotzdem Kinder und Jugendliche begeistern können, spricht für sie. Eine Jugendgruppe zwischen acht und zwölf Kindern betreut der Verein regelmäßig. Insgesamt 100 Mitglieder, davon 40 Züchter, hat der Verein, der im kommenden Jahr sein 100-jähriges Jubliäum feiert. "Mit großem Engagement werden wir auf den 8. und 9. Mai hinarbeiten", verspricht Wirth.



Autor: Cornelia Weizenecker