Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

04. November 2017

Alle badischen Bundesehrenpreise gehen in die Ortenau

Bundesweinprämierung: WG in Kappelrodeck sowie die Durbacher Weingüter Andreas Laible und Heinrich Männle erfolgreich.

  1. Marco Köninger (rechts) und Alexander Spinner (Winzerkeller Hex vom Dasenstein) Foto: privat/hrö

  2. Andreas Laible senior und junior Foto: hrö

  3. Heinrich Männle und Tochter Sylvia bei einer früheren Ehrung Foto: bz

ORTENAU. Großer Erfolg für drei Weinbaubetriebe aus der Ortenau: Der Winzerkeller Hex vom Dasenstein in Kappelrodeck (Winzergenossenschaft) sowie die beiden Durbacher Weingüter Andreas Laible und Heinrich Männle bekamen jetzt zum wiederholten Male einen Bundesehrenpreis der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) verliehen. Alle drei nach Baden vergebenen Bundesehrenpreise landeten somit in der Ortenau. » Die "Hex" wurde jetzt außerdem erstmals mit dem Staatsehrenpreis des Landes Baden-Württemberg in der Landesvertretung in Berlin geadelt. Den Preis verleiht das Land an Betriebe, die bei den vergangenen drei Landesweinprämierungen besonders geglänzt haben. Vor rund 500 Gästen nahmen der geschäftsführende Vorstand Marco Köninger und Kellermeister Alexander Spinner von Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch die Ehrung entgegen, im Beisein der Weinhoheiten aus Baden, Franziska Aatz, und Württemberg, Carolin Klöckner. Staatsehrenpreise werden jährlich an Betriebe in Baden und Württemberg vergeben.

Werbung


"Diese Weine sind Markenzeichen für unser Land als Genießerland", betonte Staatssekretärin Gurr-Hirsch, 1976/77 selbst deutsche Weinkönigin. Sie unterstrich auch die Bedeutung des Weins als wichtiger Wirtschafts- und Standortfaktor, auch in touristischer Hinsicht.

Immer wieder Durbach ganz oben

Fast zeitgleich hat in Stuttgart das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Bundesehrenpreise 2017 der DLG vergeben. Bundesweit lediglich 23 Winzerbetriebe erhielten diese renommierte Auszeichnung der deutschen Weinwirtschaft. Trotz aller Einzigartigkeit und Geschmacksvielfalt sei den Preisträgern eines gemeinsam, das Streben nach Qualität von der Rebe bis ins Glas: Dies unterstrich DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer in seiner Laudatio.

Für den Winzerkeller Hex vom Dasenstein war es bereits der 21. Bundesehrenpreis. Alle 29 angestellten Weine wurden mit Gold Extra, Gold oder Silber dekoriert. Für den aus Durbach stammenden Kellermeister Alexander Spinner seien die herausragenden Erfolge der vergangenen Jahre Bestätigung seiner akribischen Arbeit im Keller, sagte Marco Köninger, Sohn des früheren Weinbauberaters und Betriebsleiters des Weinguts Schloss Ortenberg, Winfried Köninger. Die "Hex" konnte damit als bester badischer Betrieb einen vierten Platz unter den Top 100 in Deutschland behaupten: Die jährlich neu erworbenen Punkte werden in die "ewige" Hitparade eingerechnet.
» Die Reben des Weingutes Andreas Laible stehen im Gewann "Plauelrain", das von Steillagen geprägt ist. Andreas Laible senior hat den Betrieb in seiner jetzigen Form aufgebaut, der jetzige Bundesehrenpreis ist bereits die Nummer 17. Zudem hat das Weingut bereits weit über 30 Landesehrenpreise errungen. Seit einigen Jahren ist Sohn Andreas jr. mit im Boot. Das Weingut Laible hat auch 2016 und 2015 einen Bundesehrenpreis errungen. Andreas Laibles jüngerer Sohn Alexander hat inzwischen ein eigenes Weingut gegründet – und ebenfalls bereits einen Bundesehrenpreis eingefahren.
» Für Heinrich Männle ist der jetzige Bundesehrenpreis die Nummer 13 – und weiterer Lohn für eine Jahrzehnte lange überdurchschnittliche Leistung in den Reben und im eigenen Keller. Wer mit ihm zu tun hat, der kann nur staunen, mit welcher Leidenschaft der inzwischen 84-Jährige immer noch seiner Arbeit nachgeht. Nicht ohne Grund haben ihm gerade seine Erfolge mit dem Blauen Spätburgunder den Beinamen Rotwein-Männle eingebracht. Bereits 1961 hat er seinen ersten Preis errungen: Gold bei der Landesweinprämierung. Vor sieben Jahren ist Tochter Sylvia als Mitinhaberin in den Betrieb eingestiegen.

Auf den Prüfstand kamen diesmal 4500 Weine aus allen deutschen Anbaugebieten. Dafür gab es Medaillen. Und Extra-Preise: Die beste Kollektion "Edelsüß" hatte die Durbacher WG angestellt. Die Bundesehrenpreise sind das Nonplusultra: Sie gehen an die Betriebe mit den besten angestellten Gesamtsortimenten.

Die Teilnahme an der Bundesweinprämierung ist eine freiwillige Sache. Und auch nicht ganz billig. Da kommen schnell mal ein paar tausend Euro an Gebühren zusammen. Nicht immer passen derlei Medaillen zum Geschäftsmodell eines Betriebes: Über die Werbewirksamkeit eines Preises gehen die Meinungen auseinander. Sicher ist indes: Es gibt kaum eine strengere Weinprüfung.

Bereits am kommenden Donnerstag, 9. November, 13.30 Uhr, findet in der Oberrheinhalle in Offenburg die Feier anlässlich der Landsweinprämierung für Baden statt.

Autor: Hubert Röderer