"Jetzt müssen Taten folgen"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 03. November 2010

Ortenaukreis

IG Bohr zum Grube-Besuch.

ORTENAU (BZ). "Wir bewerten den Besuch des Bahnchefs als ausgesprochen hilfreich und freuen uns über die offensichtlich neue Gesprächskultur mit der Deutschen Bahn AG. Wir müssen dennoch wachsam sein, dass nicht mit einer neuen Strategie die alten Ziele verfolgt werden." So lautet das Fazit des Vorstands der Interessengemeinschaft Bahnprotest an Ober- und Hochrhein (IG Bohr) zum Besuch von Bahnchef Rüdiger Grube entlang der geplanten Ausbaustrecke zwischen Offenburg und Weil. Die IG Bohr ist sich mit den Mandatsträgern der Region einig, dass den guten Worten auch die entsprechenden Taten folgen müssten.

Das Abschiedsgeschenk der IG Bohr an Grube war überschrieben mit "Zur Erinnerung an ein informationsreiches Wochenende am Südlichen Oberrhein". Die Sprecher – Georg Binkert (Bürgerinitiative Bürgerprotest Bahn Herbolzheim-Kenzingen), Roland Diehl (BI Mut Nördliches Markgräflerland), Adalbert Häge (BI Igel Freiburg), Dietmar Kraske (BI Bahnlärm Mahlberg) und Manfred Wahl (BI Bahntrasse Offenburg) – überreichten das Bild eines gequälten Bürgers, der nachts durch Güterzuglärm aus dem Schlaf ge-rissen wird. Hobbykünstler Harald Jockusch aus Munzingen hat es gemalt.

Der Bahnchef habe die Botschaft offenbar verstanden, wie sich seinen Äußerungen entnehmen ließ. Ein zweites "Stuttgart 21" komme für ihn nicht in Frage, sagte er. "Reisen bildet. Vor Ort bekommt man einen ganz anderen Eindruck von dem, was wir vorhaben, als im 25. Stock des Bahntowers in Berlin", betonte er wiederholt. Die IG Bohr begrüßte auch die Ankündigung von Grube, dass er im Januar mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus und Verkehrsministerin Tanja Gönner erneut an den südlichen Oberrhein kommen werde. Danach sei es an Bundesverkehrsminister Ramsauer, sein "wichtigstes Schienenprojekt in Deutschland" persönlich in Augenschein zu nehmen.