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21. August 2009

Der Mensch ist ein Kreisläufer

Ohne Sonne oder Landmarken geht es nicht geradeaus / Das ist nun wissenschaftlich bestätigt

  1. Orientierung fällt schwer. Foto: dpa

TÜBINGEN (dpa). Wer sich in der Wüste verirrt, läuft tatsächlich oft im Kreis. Das belegen Versuche Tübinger Forscher. Auch in anderen gleichförmigen Gegenden kommen Menschen häufig vom geraden Weg ab. "Die Geschichten über Menschen, die sich verirrt haben und schließlich im Kreis laufen, stimmen wirklich", sagt Jan Souman vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen, dessen Gruppe ihre Versuche im US-Fachjournal Current Biology vorstellt. "Menschen schaffen es nicht, eine gerade Linie einzuhalten, wenn ihnen Referenzpunkte wie Gebäude, Berge, Sonne oder Mond fehlen."

Die Forschergruppe, zu der auch Wissenschaftler aus Kanada und Frankreich gehören, vermutet, dass die Ursache in einer Störung des sensomotorischen Systems liegt. Ohne äußere Orientierungspunkte falle es dem Menschen schwer, seine Sinneswahrnehmung nachzujustieren und geradeaus zu gehen.

Die Wissenschaftler ließen sechs Teilnehmer durch einen Wald in Deutschland marschieren, drei Probanden liefen stundenlang durch die Sahara. Mit Hilfe von GPS zeichneten die Experten die Wege der Teilnehmer auf. Zusätzlich ließen sie 15 Probanden mit verbundenen Augen über ein freies Feld laufen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Testläufer im Wald und in der Sahara nur dann auf geradem Kurs blieben, wenn Sonne oder Mond zu sehen waren. Bei den meisten Probanden, die auf einem freien Feld mit verdeckten Augen geradeaus laufen sollten, wichen die Laufwege mehr oder weniger zufällig von der angepeilten geraden Linie ab.

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Autor: dpa