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31. Dezember 2011 00:01 Uhr

Prophezeiungen für 2012

Weltuntergang oder Besuch aus dem All?

Glaubt man Esoterikern, könnte 2012 ereignisreich werden. Die Prognosen reichen vom Ende der Menschheit bis zur Ankunft von Außerirdischen. Seriöse Wissenschaftler lassen sich davon nicht beeindrucken.

  1. Nachfahren der Maya zelebrieren am 21.Dezember dieses Jahres an der Pyramide im mexikanischen Chichén Itzá das neue Jahr nach dem Maya-Kalender. Foto: dpa

Die bekannteste Prophezeiung bezieht sich auf den Maya-Kalender, demzufolge um den 21. Dezember 2012 herum Ungeheuerliches passieren soll. Voll Sorge blicken viele Esoteriker auf den Maya-Kalender: Am 21. Dezember nächsten Jahres ende der Langzeitkalender der alten mittelamerikanischen Kultur abrupt, heißt es. Dies sei zugleich das Ende der menschlichen Zivilisation, wird geraunt.

Auch der Arzt und Astrologe Nostradamus soll bereits im 16. Jahrhundert für Ende 2012 großes Unheil prophezeit haben, genauso sollen die Hopi-Indianer eine Zeit großer Umwälzungen für dieses Schicksalsdatum vorausgesagt haben. Auch der mysteriöse Planet Nibiru samt seinen Bewohnern nähere sich zahlreichen Webseiten zufolge im Dezember nächsten Jahres der Erde.

Zahlreiche Autoren warnen in Büchern, Vorträgen und Internet-Blogs: Um den 21. Dezember 2012 herum passiere Außerordentliches – vielleicht eine ungeheuerliche Katastrophe, vielleicht ein Quantensprung des menschlichen Bewusstseins, auf alle Fälle eine Umwertung von allem, was bisher da war. Der Bestseller-Autor und Altmeister der Grenzwissenschaften, Erich von Däniken (76), glaubt zwar nicht an einen Weltuntergang, allerdings rechnet er mit einer Rückkehr von Außerirdischen. "Es kann 2012 sein – muss aber nicht", heißt es auf der Homepage des Schweizers.

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Esoterik-Experte Bernd Harder rät zu Gelassenheit. "Die Behauptung stimmt ja gar nicht. Der Maya-Kalender endet ja nicht", sagt der Buchautor und Pressesprecher der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften. "Unser Kalender endet ja auch nicht am 31. Dezember dieses Jahres, sondern er fängt einfach am anderen Tag wieder von vorne an", ergänzt Harder. "Was nächstes Jahr endet, ist die sogenannte lange Zählung des Maya-Kalenders, die 5125 Jahre dauert. Die läuft nach einer allgemeinen Übereinkunft nächstes Jahr am 21. Dezember aus und fängt am anderen Tag wieder bei Null an. Das ist alles."

Offenbar ist die Aufregung um das Datum 21. Dezember 2012 auch eine Folge der Globalisierung. Überlieferte Prophezeiungen weit entfernter Kulturkreise rückten "ebenso in den Blickpunkt allgemeinen Interesses wie aktuelle Botschaften von Sehern, Schamanen und Visionären aller Art", erklärt der Völkerkundler und Buchautor Heinrich Dosedla mit Blick auf Facebook, Twitter und Youtube: "Mit der Abnahme der kirchlichen Autorität und den gleichzeitig rasant zunehmenden technischen Möglichkeiten zur Nachrichtenverbreitung wuchs auch die Zahl von Zukunftsverkündern aller Art samt deren verschworener Anhängerschaft", urteilt der Sozialanthropologe.

Endzeiterwartungen seien einem "konjunkturellen Zyklus unterworfen", meint der Historiker und Experte für neue religiöse Bewegungen, Christian Ruch aus Chur. Das Herbeisehnen des Endes "tritt immer dann auf, wenn die Zeit und Umwelt als belastend, ja unerträglich erfahren werden". Apokalyptisches Denken sei so etwas wie ein Notausgang aus der Gegenwart, Ausdruck des Empfindens, dass es so nicht weitergehen kann, so Ruch.

Zu Spekulationen über einen Planeten Nibiru, der sich angeblich der Erde nähert und vor 3600 Jahren schon für die zehn biblischen Plagen verantwortlich gewesen sein soll, verweist Harder auf David Morrison vom Nasa-Institut für Astrobiologie. Auf dessen Webseite heißt es: "Nibiru und andere Geschichten über unberechenbare Planeten sind Internet-Scherze." Es gebe dafür keine Fakten. Dennoch scheinen die Menschen weiterhin beunruhigt. Die Seite "Frage einen Astrobiologen" habe zu Nibiru mehr als 5000 Anfragen erhalten.

Autor: epd