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23. September 2013 14:35 Uhr

Science Fiction

Perry-Rhodan-Autor H.G. Ewers ist tot

Unzähligen Lesern der Heftromanserie "Perry Rhodan" war er als Schöpfer origineller Figuren bekannt: der Weiler Autor Horst Gehrmann alias H.G. Ewers. Am Donnerstag ist er im Alter von 83 Jahren gestorben.

  1. H.G. Ewers bei einer Buchvorstellung im Jahr 2007. Foto: Adrian Steineck

Die Namen der von H.G. Ewers geschaffenen Charaktere klingen noch heute jedem Perry-Rhodan-Leser in den Ohren. Ob Tengri Lethos, der Hüter des Lichts, oder der Raumkapitän Nelson, der gerne mal einen über den Durst trank: Ewers war ein Meister darin, seine Figuren mit Humor zu versehen und dem Geschehen um Perry Rhodan, den Erben des Universums, das eine oder andere Augenzwinkern abzugewinnen.

"Wir fragten ihn ab und zu humorvoll, ob er denn auch einmal auf der Erde landen würde." Gehrmanns Frau Odette
Geboren wurde Horst Gehrmann in Weißenfels an der Saale, wo er nach einer kaufmännischen Ausbildung 1956 ein Medizunstudium in Halle begann, das er aber abbrach. Kurz vor dem Bau der Berliner Mauer floh Horst Gehrmann nach Westdeutschland, im Gepäck bereits sein Romandebüt als Science-Fiction-Autor. Anlässlich seines 80. Geburtstages im Jahr 2010 erinnerte Gehrmann sich daran, dass er sein Werk nicht durch die Grenzkontrollen brachte und es deshalb in Westdeutschland noch einmal schreiben musste. Doch von derlei Rückschlägen ließ der Schriftsteller sich nicht entmutigen: 1962 erschien sein Debüt "Intrige auf Chibbu" unter dem Pseudonym H.G. Ewers, 1964 folgte der Einstieg in die drei Jahre zuvor gestartete Perry-Rhodan-Serie. Dort erwies sich Ewers bald als einer der produktivsten Schreiber: 249 Romane innerhalb der Heftserie, mehr als 100 für die Schwesterserie "Atlan" sowie zahlreiche Taschenbücher gehen auf das Konto von H.G. Ewers.

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Mit dem Termindruck, der mit der Arbeit für eine wöchentlich erscheinende Serie verbunden ist, mochte der Autor irgendwann nicht mehr umgehen müssen. 2002 stieg er aus der Serie aus, blieb ihr aber bis zuletzt verbunden, etwa als er den Weltcon in Garching anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Serie im Jahr 2011 besuchte.

Sein letztes Projekt, die Veröffentlichung des auf der Internetseite der Mars Society geschriebenen Romans "Asylwelt Roter Planet" in gedruckter Form, konnte Ewers, der eine Frau, drei Kinder und drei Enkel hinterlässt, nicht mehr vollenden. "Unser Leben hat sich nicht hier, sondern im Universum abgespielt", sagte seine Frau Odette. "Wir fragten ihn ab und zu humorvoll, ob er denn auch einmal auf der Erde landen würde."

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Autor: ads