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14. Juni 2012

Planet Mensch

Der Körper ist dicht von Bakterien besiedelt

Der Körper ist dicht von Bakterien besiedelt / Wissenschaftler staunen über ihre Vielfal.

LONDON (dapd). Die Mikrobenwelt in und auf unserem Körper ist deutlich vielfältiger als bisher angenommen: Mindestens 10 000 verschiedene Arten von Bakterien besiedeln das Ökosystem Mensch. Das zeigt die erste umfassende Bestandsaufnahme unserer mikrobiellen Mitbewohner – des sogenannten Mikrobioms – durch einen internationalen Forschungsverbund.

Insgesamt trägt jeder Mensch Billiarden von größtenteils harmlosen Bakterien mit sich – gut zehnmal mehr als wir eigene Zellen besitzen. Wie sich jetzt zeigt, leben an den verschiedenen Stellen unseres Körpers, ob Mund, Haut oder Darm, ganz unterschiedliche Bakteriengemeinschaften. Die mikrobielle Vielfalt ist im Speichel und Darm am größten, in der weiblichen Vagina am geringsten.

Und auch jeder Mensch ist in Bezug auf sein Mikrobiom einzigartig, wie das Human Microbiome Project Consortium in zwei Beiträgen im Fachmagazin Nature und in zwölf weiteren, gleichzeitig erscheinenden Veröffentlichungen in anderen Fachjournalen berichtet. Die Vielfalt und Menge der Bakterien sei selbst zwischen gesunden, ähnlich lebenden Personen erstaunlich unterschiedlich. "Es gab keine Bakterienart, die bei allen 242 Testpersonen und an allen Körperstellen gefunden wurde", berichten die Forscher.

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Die meisten Mitbewohner sind harmlos

Stattdessen sei jeder Lebensraum auf dem Körper fast jedes Menschen von einer oder mehreren typischen Arten geprägt. So könne ein bestimmtes Darmbakterium bei einem Menschen 90 Prozent der Darmflora ausmachen, bei einem anderen aber fehlen oder nur zu 0,1 Prozent vorkommen. Dennoch seien beide völlig gesund und die Darmflora intakt. Die meisten unserer Mitbewohner sind harmlos, wie die Wissenschaftler feststellten. Ernsthafte Krankheitserreger wie Salmonellen, den Magenkeim Helicobacter pylori oder den Durchfallerreger Vibrio cholerae habe man in keiner der Proben gefunden. Selbst den Darmkeim Escherichia coli wiesen sie nur in 15 Prozent der Proben und da auch nur in extrem geringen Mengen nach.

"Es ist nicht möglich, die Gesundheit und die Krankheiten des Menschen zu verstehen, ohne die enorme Masse der Mikroorganismen zu erforschen, die wir alle mit uns tragen", sagt George Weinstock von der Washington University, einer der leitenden Wissenschaftler des Projekts. Die Analysen ergaben auch, dass das Mikrobiom rund acht Millionen nicht beim Menschen vorhandene Gene in unseren Körper bringt. Das menschliche Genom trägt nur rund 22 000 solcher Bauanleitungen für Proteine in sich. Viele der bakteriellen Gene und Stoffwechselprozesse seien für unser Überleben und unsere Gesundheit wichtig, wie die Forscher betonen – etwa bei der Verdauung von Lebensmitteln. Für das Projekt hatten Forscher in fünf Jahren 4788 Proben von 242 US-Bürgern ausgewertet.

Autor: dapd