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29. April 2011

Lokführer geblendet – Täter gestellt

16-Jähriger in flagranti ertappt.

DENZLINGEN/GUNDELFINGEN (fk). Sehr schnell war eine Streife der Bundespolizei zur Stelle, als am Mittwochabend gegen 21.25 Uhr der Fahrer eines von Offenburg kommenden Güterzuges seiner Leitstelle in Karlsruhe meldete, dass er südlich von Denzlingen durch eine Person mit einem grellen Licht geblendet worden sei. Eine Streife der Bundespolizeiinspektion aus Weil am Rhein konnte knapp 15 Minuten später den Verursacher vor Ort stellen.

Als die Streifenwagenbesatzung keine Viertelstunde später am Ort des Geschehens eingetroffen war, beobachteten die Beamten einen – wie sich bei der anschließenden Kontrolle herausstelle – 16- jährigen Jugendlichen aus Reute dabei, wie er einen weiteren Zug anleuchtete. Dessen Triebfahrzeugführer gab später an, er sei so stark geblendet worden, dass ihm die Augen schmerzten und er das Sonnenrollo als Schutzmaßnahme herunterziehen musste.

Die Beamten machten aber noch einen Fund. Am Ort des Geschehens wurde eine Speicherkarte gefunden. Der Reuter Junge gab an, sie kurz zuvor verloren zu haben. Die Beamten staunten nicht schlecht, als sie die darauf abgespeicherten Videodateien anschauten, die unter anderem eine noch unbekannte, vermummte Person beim "Train-Riding" zeigen. Darunter verstehen die "Insider" die Mitfahrt auf dem Puffer eines Zuges beziehungsweise zwischen der Lok und dem ersten Wagen – für die Beamten eine "lebensgefährliche Aktion, die immer wieder mit schwersten Verletzungen oder gar dem Tod des, Riders’ endet". Die Ermittlungen dauern an.

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Der Vorfall ist ein weiterer in der Reihe einer Serie von Übergriffen auf den Zugverkehr. So war als bedeutendste Aktion am Ostermontag in Köndringen ein ICE von Betonteilen auf den Schienen gestoppt worden.

Autor: fk