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26. Februar 2009 16:49 Uhr

Fazit der Polizei fällt "durchwachsen" aus

Trend zur handgreiflichen Fasnet

Die hohen Tage der diesjährigen Fasnet kosteten im Hochschwarzwald nur zwei Führerscheine. Damit liegt die Region im rückläufigen Landestrend. Dennoch zieht Helmut Höfele, der Leiter des Polizeireviers Titisee-Neustadt in seinem Fazit ein "durchwachsen" als Note und spricht von einer "unerfreulichen Tendenz".

TITISEE-NEUSTADT. Allein in den paar Tagen vom Schmutzige Dunnschdig bis zum Fasnet-Zieschdig verzeichneten seine Kollegen neun Fälle von Körperverletzung mit mindestens ebenso vielen Verletzten, deren Blessuren mal mehr, mal weniger schwerwiegend ausfielen.

Die Rest-Statistik in Kürze: Drei Diebstähle, drei Sachbeschädigungen, drei Widerstände einschließlich Beleidigung gegen Polizisten, drei Fasnetfreudige, deren Feier in Gewahrsam endete.

Als auffällig aus Polizeisicht beschreibt es Höfele, dass die Veranstaltungen selbst durchweg unproblematisch abliefen, jedoch oft das Umfeld schwierig war. Zahlreiche Narren seien, da zu stark alkoholisiert, nicht in die Hallen gekommen. Sie hätten sich dann aber, statt nach Hause zu gehen, teils zwei bis drei Stunden "im Dunstkreis" des Orts aufgehalten und geradezu auf den kleinen Anlass gewartet, um zu stänkern und auch Handgreiflichkeiten nicht aus dem Weg zu gehen. Beispielsweise in Löffingen hätten sich draußen an die 30 Leute aufgehalten, "die nur auf ihre Gelegenheit gewartet haben". Denen sei es überhaupt nicht um die Fasnet gegangen, sondern ums Mitmischen. Die Polizei habe dort mit vier Kollegen nach dem Rechten geschaut.

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Höfele: "Das kann doch aber nicht Sinn der Sache sein"
Nach seinem Eindruck aus den Meldungen der Kollegen war es nur einer dauernden starken Präsenz zu verdanken, dass nicht mehr passierte. "Das", stellt er fest, "kann doch aber nicht Sinn der Sache sein!". Auffällig auch, dass es sich bei diesen Personen, die provozierten oder darauf hofften, provoziert zu werden, selbst an verschiedenen Orten oftmals um dieselben, auch polizeibekannten Leute gehandelt habe.

Keine Entwarnung gibt es von der Alkoholfront. Zwar habe es keine Auffälligkeiten gegeben hinsichtlich 13-, 14- oder 15-Jährigen. Die Veranstalter seien inzwischen deutlich sensibilisiert für das Problem, außerdem seien Zunftbälle nicht die Veranstaltungen, die diese jüngeren Teenager lockten. Doch von den 16-Jährigen an aufwärts gehe es "richtig zur Sache". An allen Tagen seien Jugendschutzkontrollen unterwegs gewesen.

Autor: pes