Parcours auf dem Hinterrad

Benjamin Resetz

Von Benjamin Resetz

Di, 09. August 2016

Radsport

Spektakulärer Sport bei der Trial-Weltmeisterschaft der Neun- bis Sechzehnjährigen in Freiamt.

BIKE TRIAL. Über Stock, Stein und mannshohe Hindernisse ging es am vergangenen Wochenende in Freiamt, als die besten Nachwuchsbiker der Welt im Rahmen der "World Youth Games", der Weltmeisterschaft der Neun- bis 16-Jährigen im Fahrrad Trial, gegeneinander antraten. 168 Athleten aus 17 Nationen zeigten vor insgesamt 3000 Besuchern ihr Können. Am stärksten schnitten die Mannschaften aus Frankreich und Japan ab.

Bike Trail ist ein Sport, bei dem die Protagonisten leisten, wozu der durchschnittliche Radfahrer nicht einmal in seinen kühnsten Träumen imstande wäre. Springend und balancierend arbeiten sich die Piloten durch anspruchsvolle Kurse, die nicht aus einer Rennstrecke, sondern aus einer Reihe von Hindernissen bestehen – solche, die augenscheinlich nicht darauf ausgelegt sind, sie mit einem Fahrrad zu bewältigen. Sie bestehen aus Steinen, Paletten, meterhohen Holzstümpfen oder Baumstämmen. Doch mit atemberaubender Technik durchfahren die Piloten die Kurse – möglichst ohne mit Pedalen oder Füßen den Untergrund zu berühren. Denn für jeden Kontakt gibt es Strafpunkte. Wenn dann Kinder und Jugendliche zwischen neun und 16 Jahren in die Pedale treten, ist der Respekt für diesen Sport umso größer. So geschehen am vergangenen Wochenende bei den "World Youth Games 2016" in Freiamt.

Aus der ganzen Welt waren die Radsportler mit ihren Trainer- und Betreuer-stäben in die Schwarzwaldgemeinde gereist. Auf dem Gelände des ausrichtenden Motorsport Racing Team (MSRT) Freiamt hatten die Verantwortlichen über drei Wochen hinweg fünf Wettkampfkurse aufgebaut. Zuständig für das Streckendesign war dabei unter anderem der internationale Topfahrer Dominik Oswald, Weltmeister von 2014. "Wir haben uns viele Kleinigkeiten einfallen lassen, so haben wir zum Beispiel einen mannshohen ADAC-Schriftzug als Hindernis in einen der Kurse eingebaut", berichtet er. "Wir haben viel Lob für die Kurse bekommen. Sie sind anspruchsvoll, aber machbar."

Mit einem bunten Rahmenprogramm sorgten die Organisatoren für viel Abwechslung und lockten so rund 3000 Zuschauer nach Freiamt. Dabei war der Austragungsort der Jugend-Weltmeisterschaft wahrlich nicht leicht zu finden, liegt das Vereinsgelände doch weit Abseits, inmitten von Wald und Wiesen. Diejenigen, die dabei waren, konnten indes erleben, wie nah Freud und Leid beieinanderliegen – auch für die jüngsten Athleten. Jubelnde Sieger und bitterlich weinende Pechvögel zeigten, mit wie viel Emotion die jungen Athleten ihren Sport betreiben.

"Die Jungen und Mädchen finden hier optimale Bedingungen vor", freute sich der Vorsitzende des MSRT Freiamt. Unsere Streckenplaner haben ganze Arbeit geleistet und die Vereinsmitglieder helfen, dass alles reibungslos funktioniert." Peter Fisch, Kommissar des internationalen Radsportverbandes UCI, lobte ebenfalls den Ausrichter. "In einer so kleinen Gemeinde so einen Wettkampf auf die Beine zu stellen, ist fantastisch."

Den Sieg in der Teamwertung heimste die Equipe aus Frankreich (460 Punkte), gefolgt von den punktgleichen Teams aus Japan und Tschechien (je 400 Punkte). Die deutsche Mannschaft landete auf Rang fünf (360 Punkte). Beste Deutsche in der Einzelwertung wurden Vize-Weltmeister Oliver Widmann (MSC Marbach) und Noah Sandritter (MSC Schatthausen) auf Rang zwei und drei in der Altersklasse der Kadetten bis 16 Jahre. Lokalmatador Björn Bührer aus Freiamt landete im Finallauf auf dem siebten Rang. "Ein hervorragendes Resultat", wie Vereinschef Haas befand. In der Altersklasse bis 13 Jahren landete Melvin Herrmann (RMSC Ölbronn) auf Platz sechs. Seine Schwester Lea wurde in der Mädchen-Klasse Klasse zwischen zwölf und 15 Jahren am Ende Siebte.