Druck machen für die Balance

Claudius Lüder

Von Claudius Lüder

Sa, 16. Dezember 2017

Auto & Mobilität

Der passende Reifenluftdruck am Auto hält den Wagen stabil und sicher und spart zudem Sprit.

Kaum etwas ist bei einem Auto für die Sicherheit und den Fahrkomfort so wichtig wie der Reifendruck. Stimmt er nicht, gerät der Wagen aus der Balance. Dabei können Autofahrer viel falsch machen. Das beginnt schon bei der Messmethode.

"Der richtige Reifendruck ist vor allem für die Sicherheit und das Fahrverhalten eines Wagens sehr wichtig", erklärt Hans-Jürgen Drechsler vom Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk (BRV). Denn ein zu hoher oder zu niedriger Reifendruck führe gleichermaßen zur Instabilität und zu höherem Unfallrisiko. Besonders gefährlich werde es bei einem zu niedrigen Luftdruck.

Sowohl der BRV als auch Reifenhersteller und Automobilclubs empfehlen daher, den Reifendruck turnusmäßig alle zwei bis vier Wochen zu überprüfen. Die maßgeblichen Werte hierfür finden Autofahrer immer in der Bedienungsanleitung sowie meist auch im Tankdeckel und fahrerseitig am Fuß der B-Säule, so der ADAC.

Neben dem Luftdruck sollte bei der Gelegenheit aber auch überprüft werden, ob sich irgendwelche Fremdkörper wie Nägel oder Schrauben in den Reifen eingefahren haben, rät Klaus Engelhart vom Reifenhersteller Continental. Denn die können dafür sorgen, dass der Reifen langsam aber beständig Luft verliert. Daneben aber sei es auch völlig normal, dass der Luftdruck mit der Zeit etwas nachlässt. "Alle Reifen haben konstruktionsbedingt einen sehr geringen, aber andauernden Luftdruckverlust. Die Luft entweicht sowohl über das Ventil als auch über den Reifen selbst und die Felge", sagt Engelhart. Sei die Felge beschädigt oder nicht sauber gearbeitet, erhöhe dies das Risiko von Luftverlust.

Während bei neueren Autos dank der seit November 2014 gesetzlich vorgeschriebenen Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) Sensoren Alarm schlagen, liegt es bei älteren allein in der Hand des Fahrers, dass der Luftdruck stimmt. "Wichtig aber ist, etwa beim Wechsel auf Winterreifen auch die Werte beim RDKS anzupassen. Denn nur wenn der Richtwert korrekt eingestellt ist, kann das System auch richtig warnen", erläutert Drechsler. In der Regel meldet sich das Kontrollsystem ab einer Abweichung von mindestens 20 Prozent vom Sollluftdruck. Die meisten Systeme reagieren aber bereits wesentlich früher.

Neben Sicherheit und Komfort spielen aber auch Umweltaspekte eine wichtige Rolle. Denn zu geringer Fülldruck erhöht laut ADAC-Technikexperten den Spritverbrauch. Grund hierfür: der höhere Rollwiderstand infolge der größeren Auflagefläche. Und auch die Lebensdauer eines Reifens hängt vom richtigen Druck ab. "Eine Abweichung von 0,4 bar sorgt bereits für eine verringerte Laufleistung von 30 Prozent", so Drechsler.