BZ-Umfrage

Sind die E-Autos auch ein Thema für Fahrschulen?

Tobias Loibenböck

Von Tobias Loibenböck

Mo, 03. September 2018 um 16:06 Uhr

Titisee-Neustadt

Lautlos und elegant fahren sie immer häufiger durch die Straßen – auch im Hochschwarzwald. Doch wie nähern sich eigentlich Fahrschulen dem Thema an?

Ob die leisen Elektroflitzer bereits eine große Rolle spielen, wollte die BZ wissen.

Bei der Fahrschule Weißenberger ist man sich einig, wie Bertil Weißenberger berichtet: "In den nächsten fünf Jahren werden Elektroautos durchgreifen in Deutschland." Mit dieser Gewissheit möchte sich die Fahrschule mit Standorten in Löffingen, Titisee-Neustadt oder Donaueschingen der Herausforderung der nächsten Jahre widmen. Hierfür wolle man bei Weißenberger die Elektroautos und alles Drumherum fördern und den Fahrschülern zur Verfügung stellen – sowohl Theorie als auch Praxis.

Doch was würde sich gegenüber den Verbrennungsmotoren überhaupt ändern? Der TÜV fordert seit Anfang des Jahres beispielsweise, den Führerschein im E-Auto zu absolvieren. Dass der Grund hierfür zum Beispiel an der Beschleunigung der Wägen, die beim Anfahren sofort die volle Leistung abrufen können, liege, kann auch Weißenberger bestätigen: "Wir wollen in Zukunft beides zur Verfügung stellen, E-Auto und Verbrennungsmotor. Mit beidem muss man eben umgehen können." So ist er der Meinung, dass beide Antriebe ihre Tücken haben und deshalb an beidem geübt werden sollte. "Auch der Umwelt zuliebe", schließt der Fahrlehrer ab.



Monja und Andreas Mündel, Leiter der Fahrschule Mündel in Titisee-Neustadt, sehen dem Thema Elektromobilität ebenfalls positiv entgegen. So positiv, dass sie sogar schon einen Schritt weiter gegangen und einen rein elektrischen VW e-Golf angeschafft haben. Er soll allerdings nicht, wie vom TÜV vorgeschlagen, als Fahrschulauto für den e-Führerschein dienen, sondern soll – ganz im Gegenteil – den Neulingen in den ersten Fahrstunden helfen, sich an das Fahren an sich zu gewöhnen.

"Mit dem automatischen e-Golf können sich die Schüler in den ersten Stunden auf die Basics wie Spurhaltung, Verkehrsbeobachtung oder die richtige Wahl der Geschwindigkeit einstellen. Ohne Panik wegen der Schaltung." Dabei sei es zwar ein positiver Effekt, dass man das Verhalten eines E-Autos gleich kennenlernt, doch der Unterschied zum Verbrennungsmotor sei kaum zu spüren, so Mündel. "Wer ein Automatik-Fahrzeug fahren kann, der kann auch ein E-Fahrzeug fahren", sagt der Fahrlehrer.

Für ihn gehe es auch eher darum, als Fahrschule vorauszugehen und technisch auf dem neusten Stand zu bleiben. "Wenn die Akkus leistungsfähiger werden, ist das die Zukunft. Und das wollen wir auch unseren Fahrschülern weitergeben", sagt Mündel.

Dass es beim Fahren an sich keinen großen Unterschied zum Verbrennungsmotor gibt, der Meinung ist auch Guido Steidinger, Geschäftsführer der Fahrschule Steidinger. Nicht minder präsent ist das E-Auto Thema aber auch bei ihm: "Es wird ein Zeitpunkt kommen, da wird es schlagartig ganz viele E-Autos auf den Straßen geben." Dieser Zeitpunkt werde kommen, sobald die fortgeschrittene Technik das E-Auto in Deutschland lohnenswert mache. Dies beziehe sich auf den Kunden, aber auch auf die Hersteller der Wägen, erklärt der Fahrlehrer. Auch er habe sich Gedanken gemacht, ein E-Auto in sein Sortiment aufzunehmen.

Ökonomisch habe das für Steidinger aber noch keinen Sinn gemacht. Auch ökologisch seien die E-Autos für ihn noch nicht ganz lupenrein.

Bis es also so weit ist, dass sich das Geschäft mit der Elektrizität als Antrieb für ihn lohne, möchte er sich trotzdem weiter mit dem Thema befassen und auch weiterhin Fortbildungen bezüglich der E-Autos besuchen. Denn eines ist für Guido Steidinger klar: "Die Elektromobilitätswende wird kommen – und das muss sie auch."