Straßenknigge

Wie man eine Verkehrskontrolle unbeschadet übersteht

Sarah Thust

Von Sarah Thust (dpa)

Di, 15. Mai 2018 um 15:20 Uhr

Auto & Mobilität

Wer sich korrekt verhält, hat bei einer Verkehrskontrolle nichts zu befürchten. Trotzdem ist diese Situation unangenehm. Doch wer nervös hinter dem Lenkrad zappelt, riskiert eine lange Kontrolle.

Grundsätzlich gilt: Der Leuchtschrift am Polizeiauto oder dem Wink mit der Polizeikelle müssen Autofahrer umgehend folgen. "Man sollte sich dabei ruhig und besonnen verhalten und an der nächsten geeigneten Stelle halten", sagt Herbert Engelmohr vom Automobilclub von Deutschland (AvD). Wer die Aufforderung ignoriert, riskiert ein Bußgeld von 70 Euro und einen Punkt in Flensburg. Bei Kontrollen am Abend kann es auch sinnvoll sein, die Innenbeleuchtung einzuschalten.

Die wichtigste Regel bei Kontrollen: Schweigen

Der Autofahrer sollte stets ruhig bleiben und den Anweisungen der Polizisten folgen. Wer die Hände auf das Lenkrad legt, ist auf der sicheren Seite. "Greifen Sie nicht unaufgefordert in das Handschuhfach, in die Jackentasche oder unter den Sitz", rät Anja Smetanin vom Auto-Club Europa (ACE).

"Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte", heißt es oft gleich am Anfang einer Kontrolle. Zur Herausgabe sind Autofahrer verpflichtet. Das gilt auch für Angaben zur Person. "Spätestens nach der Begrüßung sollte man sich aber auf die wichtigste Regel in Verkehrskontrollen besinnen, nämlich zu schweigen", rät Daniela Mielchen, Fachanwältin für Verkehrsrecht. Das gilt besonders für Sätze wie: "Ich habe nur ein Bier getrunken" oder "Ich weiß, ich bin ein bisschen zu schnell gefahren". Damit kann man sich selbst belasten. Das Schweigen hingegen darf die Polizei nicht nachteilig auslegen.

Wer Tests verweigert muss eventuell Blut abgeben

Gelegentlich wollen die Beamten die Verkehrstüchtigkeit überprüfen. Die Teilnahme an diesen Tests ist freiwillig und kann verweigert werden, sagt Mielchen. "Selbst das Überprüfen der Pupillenreaktion durch Leuchten mit einer Taschenlampe in die Augen kann abgelehnt werden", sagt sie. Die Sache hat allerdings einen Haken: Wer die freiwillige Teilnahme verweigert, muss die Polizisten unter Umständen zur Blutabnahme auf die Wache begleiten.

Auch bei Fahrzeugkontrollen im Ausland gilt: Ruhe bewahren und fair bleiben. Wer sich vorher gut über die Verkehrsvorschriften des Landes informiert hat, ist natürlich im Vorteil. Es lohnt sich, beispielsweise bei der Autovermietung vor Ort oder bei einem der deutschen Automobilclubs nachzufragen. "Oftmals dauern Kontrollen im Ausland länger, da Dokumente übersetzt werden müssen oder Gegenstände fehlen, welche in dem Land Vorschrift sind", erklärt Smetanin. Außerdem sollten Betroffene daran denken, dass sie eventuelle Strafen in der Regel direkt vor Ort zahlen müssen, ergänzt Herbert Engelmohr vom AvD. Am besten sei es natürlich, sich an die Verkehrsregeln und Vorschriften sehr genau zu halten.