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17. Juni 2017

Außergewöhnlich sein Geld verdienen

Ob lebende Vogelscheuche oder Spezialistin für das Kuscheln, abseits der bekannten Berufe gibt es spannende Arbeitsfelder.

  1. Alibis beschaffen, Vögel am Flughafen verjagen, Cyberkriminelle jagen, Glasaugen herstellen oder gegen Bezahlung kuscheln, es gibt viele außergewöhnliche Berufsfelder. Foto: dpa/tmn

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Gelangweilt vom Arbeitsalltag? Bei kuriosen Jobs ist das die Ausnahme. Das gilt etwa für die Arbeit als Profikuschler oder Alibimacher. Denn auch so lässt sich Geld verdienen; und als lebende Vogelscheuche ebenso.

Auch abseits der bekannten Berufe lässt sich Geld verdienen. Mit außergewöhnlichen Jobs schwimmt man gegen den Strom und kann auf Partys mit seinem Arbeitsalltag punkten. Hier ein paar Tipps:

Alibiprofi

Lügen, das ist der Job von Stefan Eiben. Er verschafft auf Bestellung Alibis. Seine Kunden sind Arbeitslose, die sich für ihre Situation schämen, Berufstätige, die Krankheiten geheim halten, oder Hausfrauen, die eine Affäre verbergen wollen. Die Herausforderung daran? "Die Ausreden müssen glaubhaft sein, damit es funktioniert", sagt Eiben. Im Angebot hat er Schauspieler, die alle möglichen Rollen und Dialekte beherrschen: vom fingierten besten Freund bis zur falschen Oma Hildegard. Doch am meisten nachgefragt werden Einladungen zu Wochenendseminaren, Hochzeitseinladungen oder vorgetäuschte dringende Telefonate.

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Bird Controller

Er ist eine lebende Vogelscheuche: Ulf Muuß wird dafür bezahlt, dass er Vögel von Flugzeugen fernhält, nämlich als Fachkraft für biologische Flugsicherheit. "Viele denken, dass ich mit der Pistole an der Bahn stehe und wild rumknalle, um die Vögel zu verscheuchen. Doch das ist nur ein Weg, um Vogelschläge zu verhindern", erklärt Muuß. Damit die Tiere erst gar nicht so nah als Rollfeld kommen, sorgt er dafür, dass der Flughafen so unattraktiv wie möglich für Vögel ist. "Alles, was für die Tiere Nahrung darstellen könnte oder diese produziert, muss vom Flughafengelände verschwinden", erklärt der Berufsjäger.

IT-Forensiker

Er ist der Sherlock Holmes des Cyberspace. Egal, ob Wirtschaftskriminalität, Betrug oder Mord, auch Verbrecher hinterlassen Spuren im Netz. Die Informatiker mit detektivischem Gespür beginnen dann, Daten zu sichern. Dabei arbeiten sie eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen. Inzwischen gibt es Studienangebote wie den Master Digitale Forensik. Voraussetzung ist hier mindestens ein Jahr Berufserfahrung in einem einschlägigen Fachgebiet. IT-Forensiker brauchen darüber hinaus Jurakenntnisse. Denn die Ergebnisse der digitalen Spurenjagd müssen bei Prozessen vor Gericht Bestand haben.

Ocularist

Allein der Name klingt schon exotisch. Ocularisten fertigen Augenprothesen an. Dabei handelt es sich hier vor allem um einen handwerklichen Beruf. Jedes Glasauge wird individuell an den Patienten angepasst. Zuerst ermitteln die Augenprothetiker mit Hilfe von Abdrucken die genaue Form und Größe der Augenhöhle des betroffenen Patienten. Aus einem Glasrohling wird dann über einer Flamme die Prothese geformt. Die Farbe der Iris oder kleine Äderchen werden mit eingefärbten Glasfäden aufgeschmolzen. Für diese Präzisionsarbeit benötigen Ocularisten eine sechsjährige Ausbildung.

Profikuschler

Im Rückenkraulen ist sie ein Vollprofi. Elisa Meyer hat das Kuscheln zu ihrem Beruf gemacht. Sie bietet nämlich Schmuseeinheiten für Bares. Die Idee dafür kommt aus den Vereinigten Staaten von Amerika: "Ich habe mich sofort in den Gedanken verliebt, dass ich das auch tun könnte", sagt Meyer. Die Kunden, die zu ihr und ihrem Netzwerk kommen, seien vor allem Alleinerziehende oder Langzeitsingles. Das Wichtigste sei allerdings, dass jeder Kunde sich an die Regeln hält. Denn die Kuschelei habe nichts mit Sex zu tun. "Wenn ich merke, das geht zu weit, dann breche ich die Sitzung ab", sagt Elisa Meyer.

Autor: dpa