Neandertaler gut bei Puste

dpa/BZ

Von dpa & BZ-Redaktion

Sa, 14. April 2018

Bildung & Wissen

Studie zur Physiognomie.

Neandertaler hatten ein ganz anders geformtes Gesicht als der moderne Mensch. Auffällig sind die kräftigen Kiefer. Bisher nahm man an, dass sie deswegen auch besonders kraftvoll zubeißen konnten – ein Irrtum, wie sich jetzt bei Computersimulationen zeigte. Forscher haben die Schädelmuskulaturen verschiedener Menschenarten verglichen. Dabei zeigte sich etwas anderes: Der Neandertaler konnte beim Atmen erheblich mehr Luft aufnehmen als moderne Menschen oder andere Frühmenschen. An einer entsprechenden Studie, die im Fachjournal Proceedings B der britischen Royal Society vorgestellt wurde, war auch das Senckenberg Institut für Naturforschung in Frankfurt beteiligt. Senckenberg-Wissenschaftler Ottmar Kullmer: "Damit konnte er einen höheren Sauerstoffgehalt aufnehmen – und das kommt der Muskulatur zugute, zumal bei körperlichen Aktivitäten wie der Jagd." Die sehr muskulösen und gedrungenen Neandertaler hätten für die Jagd einen hohen Energiebedarf gehabt, der so gesichert werden konnte. Berechnungen gehen von einem täglichen Bedarf von 3360 bis 4480 Kilokalorien aus (moderner Mensch um die 3000).