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15. Februar 2011 09:23 Uhr
Turbogymnasium
Studie sieht kaum Notenunterschiede zwischen G 8 und G 9
Das Turbo-Abitur erarbeitet sich keine schlechten Noten. Eine Studie legt nahe: Zwischen dem acht- und dem neunjährigen Gymnasium gibt es keine nennenswerten Leistungsunterschiede – außer in Latein.
Die Aufregung war groß: G 8-Schüler, die in der Kursstufe mit jenen Kindern unterrichtet werden, die noch ein Jahr länger zur Schule gehen, hätten schlechtere Noten, klagte der Landeselternbeirat. Das Landesinstitut für Schulentwicklung hat daraufhin die Zeugnisse an einem Viertel aller Gymnasien des Landes ausgewertet und mehr als 7800 Schüler und deren Leistungen in zehn Fächern verglichen. Ergebnis: In Biologie gibt es gar keine Unterschiede, in Chemie und Französisch sind sie minimal, in Englisch stärker. Im Durchschnitt sind G 8-Kinder auf der 15 Punkte umfassenden Skala um 0,4 Punkte schlechter als G 9-Schüler.
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Kultusministerin Schick zeigte sich zufrieden: "Das ist ein Bild, das beruhigt." Allerdings wüssten die Schulen auch bereits seit 2006 um die Schwierigkeiten der gemeinsamen Kursstufe – und hätten sich zumeist auch darauf vorbereitet. Schick lobte die Lehrer für diese Arbeit und ergänzte, der Schlüssel zum Erfolg sei, vom Nutzen des achtjährigen Gymnasiums überzeugt zu sein. Wo dies der Fall ist, würde rasch auf die geänderten Anforderungen mit zusätzlichen Fördermaßnahmen oder Elterngesprächen reagiert.
Gilt das nicht auch für Latein? Dort liegt der Unterschied bei immerhin 0,9 Prozent, das ist die höchste Differenz. Könnte es sein, dass Lateinlehrer dem Turbo-Gymnasium grundsätzlich abhold sind und dies bewusst oder unbewusst die Notenlücke vergrößert? Nein, sagt Suzanne Bacher vom Institut für Schulentwicklung, trotz aller menschlichen Effekte sei dies Spekulation. Sie zweifelt an der statistischen Basis: Lediglich 300 Lateinzeugnisse wurden ausgewertet, da schlägt jede Abweichung stark durch.
SPD-Opposition und Lehrergewerkschaft GEW hielten Schick vor, sie wolle Probleme beim G8 übertünchen. Die Landesregierung müsse auch sieben Jahre nach der Einführung am achtjährigen Gymnasium "herumdoktern". Schon ein geringer Unterschied bei der Note könne über Vergabe von Studienplätzen entscheiden. Die GEW monierte, die Stichprobe könnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lehrer ungenügend auf das G 8 vorbereitet wurden.
- Bildungspolitik: Neue Kritik am achtjährigen Gymnasium
Autor: Andreas Böhme



