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Warum kommen Regenwürmer bei Regen aus der Erde?

Henrike Berkefeld

Von Henrike Berkefeld

Sa, 12. Mai 2018 um 00:00 Uhr

Bildung & Wissen

"Diese Frage ist interessanterweise noch nicht vollständig geklärt", sagt Andreas Schmidt-Rhaesa, Professor am Centrum für Naturkunde der Universität Hamburg.

"Es kursieren aber mehrere Hypothesen." Das Verlassen des Bodens wegen Sauerstoffknappheit sei eine davon, so Schmidt-Rhaesa. Denn wenn es regne, sättige sich die Erde zunehmend mit Wasser. Der Luftanteil in der Erde sinke dementsprechend. Als Argument für diese These führt Schmidt-Rhaesa eine Studie aus Taiwan an, die Regenwurmarten verglich: "Die Forscher fanden eine Art, die nicht bei Regen an die Oberfläche kommt und sehr gut im wassergesättigten Boden Sauerstoff aufnehmen kann, und eine andere, die deutlich schlechter Sauerstoff im Wasser aufnehmen kann und bei Regen an die Oberfläche kriecht." Als mögliche Erklärung wird aber auch eine Art Flucht vor Artgenossen ins Feld geführt: Ist die Dichte an Regenwürmern in einem Areal sehr hoch, soll es in feuchten Nächten zu Wanderungen kommen. Um neue Gebiete zu besiedeln? Eine wissenschaftlich eindeutige Antwort wird vermutlich noch auf sich warten lassen, denn in diesem Bereich finde wenig Forschung statt, so Schmidt-Rhaesa.

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