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11. August 2017

HINTERGRUND

Wie sich Stickoxide in Städten verteilen

Für die meisten Deutschen gilt bei den Stickoxiden zum Glück: Um ihre Gesundheit müssen sie sich wohl keine Sorgen machen. Denn die Gase sind nicht nur in Hinsicht auf den Gesundheitszustand ihrer Opfer sehr selektiv – was bedeutet: Sie werden ihnen auch nur an ganz bestimmten Orten gefährlich. Und bei diesen Orten handelt es sich in aller Regel um solche mit einem hohen Verkehrsaufkommen: "Abseits der großen Verkehrsadern sinken die NO2-Konzentrationen sehr schnell", sagt Wolfgang Straff vom Referat Umweltmedizin und gesundheitliche Bewertung des Umweltbundesamtes. Die Ursache dafür sei vor allem ein Verdünnungs- und Vermischungseffekt.

   Entfernt man sich 20 bis 30 Meter von der Straße, sinkt die Stickstoffdioxid-Konzentration schon auf die Hälfte. Je nach Wetterlage, Bebauung und Belüftung können sich die Gaswolken allerdings auch über benachbarte Wohngebiete und Nebenstraßen ausbreiten. Das hat Annette Peters vom Helmholtz-Zentrum in München mit ihren Kollegen kürzlich bei einer Untersuchung in Augsburg nachgewiesen. Teilweise werden auch hier Konzentrationen jenseits der Grenzwerte von bis zu 60 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft erreicht. Dabei ist die bayerische Stadt eigentlich gar nicht als Luftschadstoff-Brennpunkt bekannt.

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  Auch an Verkehrsknotenpunkten in ländlicher Umgebung stießen die Wissenschaftler auf solche bedenklichen Konzentrationen. Und inwieweit die Stickoxide durch die Fenster in die Innenräume der Wohnungen dringen, ist bisher noch gar nicht richtig erforscht.

Autor: Michael Brendler