Schutz für die Fruchtbarkeit

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 22. August 2018

Gesundheit & Ernährung

Krankenkassen sollen zahlen.

Das Bundesgesundheitsministerium will absichern, dass Krankenkassen zahlen, um bei jungen Krebspatienten, die sich einer Chemo- oder Strahlentherapie unterziehen müssen, die Fruchtbarkeit zu erhalten. Im Grundsatz wird die Gesetzesinitiative von der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs begrüßt. Sie hat aber Verbesserungsvorschläge für den derzeit vorliegenden Referentenentwurf: Claudia Neumann fordert namens der Stiftung eine klare Regelung, die Rechtsstreitigkeiten künftig ausschließt.

Rund 16 000 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 11 und 39 Jahren erkranken jedes Jahr in Deutschland an Krebs. Etwa 80 Prozent von ihnen können geheilt werden, oft um den Preis ihrer Fruchtbarkeit – nicht nur von Krebspatienten. Viele von ihnen wünschen sich ein Leben mit Familie und eigenen Kindern nach der Erkrankung. Dazu werden Spermien, Eizellen oder Keimgewebe gewonnen, um sie zur späteren künstlichen Befruchtung zu nutzen oder im Fall des Eierstockgewebes sogar die natürliche Fruchtbarkeit wiederherzustellen. Bis zu 4300 Euro betragen die Kosten für junge Frauen, um die 500 Euro für junge Männer – plus 300 jährlich für die Lagerung. Dafür sollen die Krankenkassen per Gesetz uneingeschränkt einstehen.