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13. Februar 2017

Neues Förderprogramm aufgelegt

Zinsgünstige Kredite und Zuschüsse sollen Anreize für die Produktion und Speicherung von Solarstrom schaffen.

  1. Solarstrom im Schrank: Batteriespeicher Foto: Tom Baerwald/Bosch Power Tec

  2. Soll dank des neuen Förderprogramms attraktiver werden:die Erzeugung von Elektrizität mittels einerPhotovoltaikanlage Foto: BHw Bausparkasse/Baerwald/Bosch Power tec

Viele Kunden müssen seit Jahresbeginn mehr für ihren Strom zahlen: Weil die Umlage zum Erneuerbare-Energien-Gesetz gestiegen ist und sich Netzentgelte erhöht haben, haben viele Stromgrundversorger die Preise angehoben. Auch deshalb stellt sich für Verbraucher die Frage, ob es sich lohnt, selbst Solarstrom zu produzieren und zu speichern – ein neues Förderprogramm will Anreize schaffen.

Seit 1. Januar bietet das KfW-Förderprogramm "Erneuerbare Energien – Speicher" einen zinsgünstigen Kredit mit einer Laufzeit von bis zu 20 Jahren sowie einen Tilgungszuschuss von derzeit 19 Prozent. Laut dem vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderten Informationsprogramm Zukunft Altbau erhält, wer sich eine typische Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund fünf Kilowatt zulegt, maximal 10 000 Euro Kredit und einen nicht rückzahlbaren Zuschuss von bis zu 1900 Euro für die Batterien. Allerdings lohne sich eine schnelle Antragstellung: "Wie im letzten Jahr wird es einen Run auf die attraktive Förderung geben", sagt Petra Hegen von Zukunft Altbau in einer Pressemitteilung und verweist auf Zahlen vom vergangenen Jahr. Danach seien nach Start des Programms am 1. März die Fördermittel bereits Anfang Oktober ausgeschöpft gewesen. Eile sei auch geboten, weil der Zuschuss im zweiten Halbjahr 2017 statt 19 nur noch 16 Prozent betragen wird.

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Insbesondere für Bauherren, die darüber nachdenken, eine Photovoltaikanlage (PV) anzuschaffen, kann es sinnvoll sein, direkt einen Solarstromspeicher mit einzuplanen. Denn Solarstrom wird vor allem mittags erzeugt, aber ganztags verbraucht, so dass Überschüsse gegen geringe Vergütung ins Netz eingespeist müssen und Haushaltsstrom außerhalb der Erzeugungszeiten teurer zugekauft werden muss. "Der Direktbezug aus der Photovoltaikanlage liegt in der Regel bei etwa 30 bis 35 Prozent. Mit einem Batteriespeicher kann man diese Direktbezugsquote auf bis zu 70 Prozent erhöhen", sagt Harald Schäffler, Geschäftsführer des Fördervereins Energie- und Solaragentur Region Freiburg (Fesa).

Das momentan gängigste Stromspeichersystem sind Lithium-Ionen-Batterien. "Sie besitzen hinsichtlich Wirkungsgrad und Lebensdauer sehr vorteilhafte Eigenschaften in der PV-Anwendung. Allerdings gibt es noch viele Optimierungspotenziale insbesondere auf der Systemebene, was Batteriewechselrichter und Energiemanagement einschließt", erklärt Matthias Vetter, Abteilungsleiter für Batteriesystemtechnik am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Ende 2016 wurden die Preise für Lithium-Ionen-Batteriesysteme im Bereich 1000 Euro pro kWh kalkuliert. "Bislang habe ich noch keine Auswertung gesehen, ob dies im Durchschnitt tatsächlich erreicht wurde. Tatsache ist aber, dass in den letzten Jahren die Preise für diese Technologie um 20 Prozent im Jahr gesunken sind – und definitiv weiter sinken werden. Ob weiterhin mit etwa 20 Prozent pro Jahr, ist allerdings fraglich", so Vetter.

Die Lebensdauer von Lithium-Batterien hängt von vielen Faktoren ab, wichtig die Zyklenlebensdauer. Unter Zyklus versteht man hier die Anzahl maximal möglicher Lade-/Entladevorgänge. In einem Haushalt mit Photovoltaikanlage ist das in der Regel 250 Mal pro Jahr der Fall. Die Hersteller garantieren 5000 Zyklen und mehr und gehen daher von einer Lebensdauer von 20 Jahren aus. "Ob sie dieses Alter aber kalendarisch tatsächlich erreichen, weiß man noch nicht. Man kann aber davon ausgehen, dass sie mindestens 15 Jahre alt werden", so Fesa-Geschäftsführer Schäffler.

Zahlt sich also eine solche Anschaffung aus? "Während sich Photovoltaikanlagen als Investition lohnen, sieht es beim Energiespeicher anders aus und hängt unter vielen anderen Faktoren besonders von der Strompreissteigerung in den nächsten Jahren ab", sagt Schäffler und rechnet vor: "Wenn man davon ausgeht, dass der Batteriespeicher 20 Jahre hält und – wie die Batteriehersteller in ihren Berechnungen – eine jährliche Strompreissteigerung von drei Prozent annimmt, was über 20 Jahre sehr viel ist, dann rechnet sich das."

Autor: anfe