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13. Juli 2017 11:35 Uhr

Zisch-Interview

"Der technische Reiz des Fliegens fasziniert mich"

Ich bin Zisch-Reporter Lucas Puglisi aus der vierten Klasse der Johannes-Grundschule in Bad Krozingen-Hausen. Ich wohne in Mengen und habe einen Nachbarn, der für die niederländische Fluggesellschaft KLM als Pilot arbeitet. Da ich mich schon immer für Flugzeuge interessiert habe, habe ich Koen Meurs gefragt, interviewt.

  1. KLM-Pilot Koen Meurs und Zisch-Reporter Lucas Puglisi Foto: Privat

Zisch: Koen, wie lange wolltest du schon Pilot werden?
Meurs: Seit ich elf war, wollte ich Pilot werden. Zuerst wollte ich bei der Bundeswehr fliegen und habe mich dort mit 17 beworben. Das ist allerdings sehr schwierig, da sich dort rund 3000 Leute pro Jahr bewerben. Ich wurde leider nicht genommen.
So habe ich mich bei einer privaten Flugschule beworben. Dies war während meines Abiturs. Als ich mein Abitur gemacht hatte, fing ich mit meiner Ausbildung an.
Zisch: Wie lange hat deine Ausbildung gedauert?
Meurs: Ich begann mit meiner Ausbildung im Dezember 1998 und habe diese im August 2000 abgeschlossen.
Zisch: Wo hast du deine Ausbildung gemacht?
Meurs: Bei der NLS, Nationale Luchtvaartschool, in Maastricht, Niederlande.
Zisch: Warum ist die Ausbildung so kurz?
Meurs: Der Pilotenberuf kann sehr stressig sein, daher sollten die Piloten sich schon während der Ausbildung daran gewöhnen. Die kurze Ausbildung fungiert gleichzeitig als eine Art Test – so kann man nämlich herausfinden, ob man dem Stresslevel auch gewachsen ist. Rund zehn Prozent der Mitschüler haben die Ausbildung daher auch nicht geschafft.

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Zisch: Welche Flugzeuge fliegst du?
Meurs: Embraer 190 und Embraer 175. Typ 190 fasst 100 Passagiere, Typ 175 fasst 88 Passagiere.
Zisch: Welche Strecken fliegst du?
Meurs: Ganz viele verschiedene, über 50 Flugziele, allesamt in Europa. Manche Flughäfen sind riesig wie London Heathrow, andere ganz klein, wie Florenz in Italien.
Zisch: Wo ist dein Heimatflughafen?
Meurs: Amsterdam Schiphol in Holland.
Zisch: Wohin fliegst du am liebsten?
Meurs: Gerne fliege ich nach Skandinavien und Italien. Es gibt sowieso viele Städte in Europa, die toll sind zum Hinfliegen, jedes Flugziel hat seinen ganz eigenen Reiz.
Zisch: Ist KLM eine große Airline?
Meurs: Es arbeiten dort fast 3000 Piloten. Insgesamt arbeiten über 32 000 Leute bei KLM: Bodenpersonal, Mechaniker, Flugpersonal und so weiter.
Zisch: Was macht dir am Fliegen am meisten Spaß?
Meurs: Die Tatsache, dass man fliegt, an sich. Das Flugzeug selbst ist cool. Der technische Reiz des Fliegens fasziniert mich. Das Fliegen ist wie ein Erfolgserlebnis für mich. Ich bin Flugkapitän und auch Ausbilder, ich bilde junge Piloten aus.
Zisch: Wie lange ist dein Arbeitstag?
Meurs: In der Frühschicht stehe ich um vier Uhr auf und arbeite bis etwa 14 Uhr. In der Spätschicht fange ich um 13 Uhr an und beende meine Schicht um zirka 23 Uhr. Allerdings gibt es auch Tage, an denen man um einiges länger beziehungsweise kürzer arbeitet.
Zisch: Hast du auch manchmal Ferien?
Meurs: Genau wie in anderen Berufen habe auch ich Urlaub.
Zisch: Hast du auch viele Freunde bei deiner Arbeit?
Meurs: Viele meiner Freunde fliegen auch – allerdings nicht alle bei der KLM. Viele Kameraden aus der Flugschule zähle ich jetzt zu meinen Kollegen.
Zisch: Wer fliegt mit dir im Cockpit?
Meurs: Der Copilot. Das sind oft verschiedene Kollegen. Es gibt auch weibliche Copiloten.
Zisch: Darfst du im Cockpit essen und trinken?
Meurs: Ja, Pilot und Copilot dürfen nicht gleichzeitig essen, aber sie bekommen ihr Essen von den Flugbegleiterinnen gebracht.
Zisch: Ist die Tür zum Cockpit abgeschlossen?
Meurs: Ja, sie ist immer abgeschlossen. Die Tür zum Cockpit ist eine Panzertür und ist gut abgesichert. Sie öffnet sich nur durch das Betätigen eines Knopfes im Cockpit. Für Essen und Toilettenbesuch wird die Türe auch geöffnet.

Autor: Lucas Puglisi, Klasse 4, Johannes-Grundschule, Bad Krozingen-Hausen